Erlaubt, aber unerwünscht: Xavier Naidoo will nach Ulm kommen

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Schwäbische Zeitung

Xavier Naidoo will im Sommer 2021 im Wiblinger Klosterhof auftreten. Doch wegen der politischen Handlung des Musikers gibt es daran seit Wochen massive Kritik. SPD-Stadtrat Martin Rivoir hatte sich, wie berichtet, sogar erkundigt, ob es eine Möglichkeit gebe, dass das Land Baden-Württemberg den Auftritt noch verhindert – das Kloster gehört dem Bundesland. Doch die Möglichkeit gibt es nicht. Rivoir und andere Stadtpolitiker setzten sich deswegen für eine Resolution des Gemeinderats ein. Die sollte deutlich machen, dass der Sänger in Ulm nicht erwünscht ist.

Keiner der anwesenden Stadträte widersprach Martin Rivoir in der Sitzung am Mittwoch inhaltlich, als der Politiker eine gemeinsame Erklärung von SPD, CDU und Grünen verlas: „Herr Naidoo hat sich in Videos, bei Auftritten, in seinen Songs und bei anderen Veranstaltungen immer wieder eindeutig und unerträglich frauenfeindlich, rassistisch, antisemitisch, fremdenfeindlich und sexistisch geäußert.“ Zudem kritisierte Rivoir die Aussagen des Sängers zur Corona-Pandemie. Xavier Naidoo hatte behauptet, dass das Coronavirus eine Verschwörung sei und von der Bundesregierung als tödliche Waffe genutzt werde.

Herr Naidoo ist in unserer weltoffenen, demokratischen und solidarischen Stadt nicht erwünscht!

Martin Rivoir

Eine Resolution aber verabschiedeten die Politiker nicht. FWG-Fraktionschef Reinhold Eichhorn sagte, eine Resolution müsse eine Forderung oder wenigstens eine Absichtserklärung enthalten. Die aber sehe seine Fraktion in der Erklärung nicht. Zudem sei dies keine Angelegenheit des Gemeinderats. Oberbürgermeister Gunter Czisch teilt diese Haltung. „Grundsätzlich sind wir mit dem Wortlaut einverstanden“, betonte Eichhorn. Rivoir indes schloss seine Erklärung mit den Worten: „Herr Naidoo ist in unserer weltoffenen, demokratischen und solidarischen Stadt nicht erwünscht!“

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