Erfolgreichstes Jahr für Uzin Utz

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Thomas Müllerschön (links), der zum Jahresbeginn beim Ulmer Bauchemie-Spezialisten Uzin Utz den Vorstandsvorsitz von Werner Utz
Thomas Müllerschön (links), der zum Jahresbeginn beim Ulmer Bauchemie-Spezialisten Uzin Utz den Vorstandsvorsitz von Werner Utz (rechts) übernommen hat, zeigte sich am Dienstag mit der Entwicklung im Jahr 2015 zufrieden. (Foto: Ludger Möllers)
Sabrina Schatz

Uzin Utz kann auf ein Rekord-Jahr zurückblicken: Die Aktiengesellschaft mit Sitz in Ulm machte mit rund 253 Millionen Euro fast zehn Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. Auch seinen Gewinn hat der weltweit agierende Anbieter für Bodensysteme deutlich gesteigert: Mit rund 19 Millionen Euro liegt das Ergebnis um ein Viertel höher als 2015.

Diese Entwicklung freut die Besitzer einer Aktie des Unternehmens: Das einzige börsennotierte Unternehmen in Ulm erreichte eine Dividende in Höhe von einem Euro – zehn Cent mehr als im Vorjahr. Thomas Müllerschön, der zum Jahresbeginn den Vorstandsvorsitz von Werner Utz übernommen hat, zeigt sich dementsprechend zufrieden: „2015 ist zum erfolgreichsten Jahr unserer Unternehmensgeschichte geworden.“

Ein Grund für den Erfolg sei die Expansion in neue Märkte. Denn mittlerweile macht das Unternehmen rund 60 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Erst im September 2015 hat Uzin Utz in Dover im US-Bundesstaat Delaware ein Trockenmörtelwerk mit Schulungszentrum für Handwerker eröffnet.

Neben den Vereinigten Staaten fokussiert sich die internationale Tätigkeit von Uzin Utz auf Frankreich, die Beneluxstaaten – allen voran die Niederlande –, England, Skandinavien und die Schweiz. Insgesamt vertreibt das Unternehmen Klebstoffe, Lacke oder Trockenmörtel in 47 Ländern. Deutschland bleibt der wichtigste Markt, Ulm der größte Standort.

An der Donau werden laut Werner Utz knapp 70 Prozent der Werkstoffe produziert. Deshalb hat das Unternehmen auch in die Produktionsstätte im Donautal investiert, etwa in ein neues Betriebsrestaurant. „Wir wollen zufriedene Mitarbeiter“, sagt Müllerschön. Vor wenigen Wochen habe Uzin Utz einen Preis zum besten Arbeitgeber Deutschlands der Werk- und Baustoffbranche gewonnen. Basis dafür seien Mitarbeiterurteile gewesen.

Erfreulich ist laut Müllerschön auch, dass die weltweit rund tausend Mitarbeiter 4700 Vorschläge gemacht haben, wie sich Arbeitsabläufe optimieren lassen. Auch mithilfe kleiner Anregungen – etwa, dass man länger dieselben Handschuhe tragen könnte – ließe sich viel Geld sparen.

Für die Zukunft setzt sich das 1911 gegründete Unternehmen ambitionierte Ziele: Bis 2019 soll der Umsatz auf rund 400 Millionen Euro steigen. Dazu wäre es nötig, jährlich um etwa zehn Prozent zu wachsen, sagt Müllerschön.

Unrealistisch sei das Ziel nicht – um es zu erreichen, will sich das Unternehmen auf die Länder fokussieren, in denen es bereits Produktionsstandorte gibt und dort die Marktanteile ausbauen. „Wir müssen am richtigen Ort richtig Gas geben“, sagt Beat Ludin, der als neues Vorstandsmitglied für das Marketing und den Vertrieb zuständig ist. Der wichtigste ausländische Markt bleibe vorerst der amerikanische. Nachdem Uzin Utz in Kanada Händler gewonnen hat, will sich das Unternehmen künftig in den Süden der USA vorarbeiten.

Nach 2020 strebt die Firmenleitung an, vor allem außerhalb Europas zu wachsen. Die Wachstumschancen auf fernen Kontinenten gelten als größer. Die Stimmung in der Branche sei momentan vielversprechend, so Müllerschön. Dies lasse Hoffnungen auf konjunkturelle Unterstützung zu.

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