Erdmännchen bekommen Verstärkung

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Neu imTropenhaus des Ulmer Zoos. Drei Erdma§nnchen (Foto: Brücken)
Schwäbische Zeitung

Die Braunbären Susi und Cheppo im Ulmer Tierpark sind vor ein paar Wochen aus dem Winterschlaf erwacht. Susi hätte sich aber am liebsten wieder hingelegt. Kein Wunder, bei den Temperaturen. „Jetzt’s geht’s langsam“, sagt Nicole Dirscherl, die Leiterin des Ulmer Tierparks in der Friedrichsau. Der endlos lange Winter macht eben auch manchen Vierbeinern zu schaffen. Doch allmählich erwachen selbst bei den Langschläfern in der Friedrichsau die Lebensgeister.

Im Gehege neben den Bären gab’s an Karfreitag Nachwuchs. Bei den Kamerunschafen wurden Zwillinge geboren. Diese werden wegen der Kälte derzeit im Stall mit Rotlicht aufgezogen. Ein alter Haudegen des Ulmer Zoos macht es sich dagegen auf andere Art und Weise gemütlich. „Hängebauchschwein Jonathan lebt jetzt bei den Ziegen“, erzählt Nicole Dirscherl. Dort darf der rüstige Zwölfjährige seinen Lebensabend verbringen. Mit einer Styroporplatte in der Hütte und ganz dick Stroh drauf ist er gegen die Kälte gut geschützt. Und hat auch noch Platz für andere frierende Tiere. „Mit ihm gehen da immer die Hühner rein und schlafen“, schildert die Zoochefin.

So ergeben sich ganz neue Wohngemeinschaften. Die drei Erdmännchen, die kürzlich von Schwerin nach Ulm umgezogen sind, sollen beispielsweise demnächst mit den Sporenschildkröten zusammenziehen. Beide Arten stammen aus der afrikanischen Savanne und mögen’s gerne heiß. In dem neuen Freigehege ist bereits ein rotes Lehm-Sand-Gemisch aufgeschüttet, in dem die Erdmännchen ihre Tunnel bauen können. Was noch fehlt, ist eine „Katzenklappe“ und eine Tür für die Pfleger. Ende Mai soll das Gehege fertig sein. Dann können die Erdmännchen munter raus und rein, wie es ihnen passt. Bis dahin sind die Erdmännchen – zwei Brüder und ein Kumpel – im Tropenhaus untergebracht, in einem leer stehenden Affengehege.

Die drei Publikumslieblinge haben noch keine Namen, aber es gibt dafür schon jede Menge Vorschläge. In den nächsten Monaten bekommen sie außerdem Verstärkung: Der Zoo möchte für die Erdmännchen ein paar Weibchen besorgen. Spätestens dann werden auch im Tropenhaus Frühlingsgefühle erwachen.

Im vergangenen Jahr verzeichnete der Tierpark 140 000 Besucher . In der Einrichtung sind 18Mitarbeiter beschäftigt, darunter sieben Tierpfleger und drei Auszubildende. Dieses und nächstes Jahr soll das Affengehege aufgestockt werden, außerdem wird das Schweinegehege erneuert.

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