Enttäuschung bei Lärmgegnern: Bürgerinitiative kritisiert Bundesverkehrsminister

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 Die Mitglieder der Elchinger Bürgerinitiative setzt sich für besseren Lärmschutz vor den nahe liegenden Autobahnen ein.
Die Mitglieder der Elchinger Bürgerinitiative setzt sich für besseren Lärmschutz vor den nahe liegenden Autobahnen ein. (Foto: dpa / Stefan Puchner)
Andreas Brücken

Vor gut eineinhalb Jahren hat sich die Bürgerinitiative (BI) für besseren Lärmschutz in Elchingen gegründet. Die Mitglieder fordern eine Verbesserung des Lärmschutzes vor den nahe liegenden Autobahnen. Zudem will die Initiative Einfluss auf die Planungen für den dreispurigen Ausbau der A8 nehmen. Mehr als 700 Mitglieder haben sich der Initiative mittlerweile angeschlossen – wenn auch zur ersten Versammlung gerade einmal zwei Dutzend Interessierte anwesend waren.

Viel Verständnis sei den Belangen der Elchinger Bürger in den vergangenen Monaten von Politikern entgegengebracht worden, erklärte der Vorsitzende Harald Gaule. Bei zahlreichen Terminen vor Ort, die von der BI organisiert wurden, machten sich Abgeordnete aus dem Land- und Bundestag ein Bild von der Situation am Autobahnkreuz.

Wie berichtet, plant die Autobahndirektion im Zuge des dreispurigen Ausbaus einen Lärmschutzwall. Dazu sollen Berge von bis zu elf Meter Höhe aufgeschüttet werden. Die Initiative fordert dagegen einen Wall mit aufgesetzter Wand. Mit dieser Alternative würde der Flächenverbrauch weniger massiv ausfallen, lautet die Begründung.

Die Überzeugungsarbeit erfolgt im Moment hinter den Kulissen.

Elchingens Bürgermeister Joachim Eisenkolb

Elchingens Bürgermeister Joachim Eisenkolb zeigte sich bei der Versammlung in seinem Bericht mit Neuigkeiten jedoch zurückhaltend: „Die Überzeugungsarbeit erfolgt im Moment hinter den Kulissen“, so der Rathauschef. Nach den Erörterungsterminen und Gesprächen mit den zuständigen Behörden würde das Verfahren jetzt streng nach reglementierten Verordnungen und Planungsvorschriften verlaufen.

Enttäuscht sind die Mitglieder derweil von Bundesverkehrsminister Andreas Scheurer, der sich in seiner Stellungnahme zum Elchinger Lärmschutzkonzept den Plänen der BI gegenüber wenig aufgeschlossen zeigte. Planer gehen von höhern Baukosten aus, die durch die Lärmschutzalternative entstehen könnten.

Es ist schmerzhaft, zu erkennen, dass die Planungsbehörden die Kosten im Verhältnis zum Leiden der lärmgeplagten Bevölkerung aufrechnet.

Karin Battke (UFWG)

Die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (Die Grünen) erklärte dazu bei der Versammlung, dass der Bundesrechnungshof vorausschauendes Planen nicht verbieten würde. Bisher würde sich das Ministerium in seiner Planung auf die jetzige Bestandssituation beziehen. Doch sollten sich die BI-Mitglieder in ihrer Argumentation nicht nur auf Zahlen beziehen: Die Abweichung bei solchen Projekten liege meistens bei bis zu 20 Prozent, sagte die Abgeordnete und weiter: „Sie kämpfen nicht um Kosten, sondern um ihr Recht.“

Gemeinderätin Karin Battke von der Unabhängigen Freien Wählergemeinschaft (UFWG) äußerte sich hierzu ähnlich: „Es ist schmerzhaft, zu erkennen, dass die Planungsbehörden die Kosten im Verhältnis zum Leiden der lärmgeplagten Bevölkerung aufrechnet.“ Hoffnung schöpfte dagegen der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner, der von der Regierung von Schwaben eine Kompromissbereitschaft zur Wall-Wand-Lösung festgestellt haben will.

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