Eltern eines an Krebs verstorbenen Kindes sammeln Spenden für lebensrettendes Gerät

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Stiftung übergibt Chemo-Geräte an Kinderklinik - v.r.: Kurt, Renate und Isabel Peter
Stiftung übergibt Chemo-Geräte an Kinderklinik - v.r.: Kurt, Renate und Isabel Peter (Foto: Alexander Kaya)
Oliver Helmstädter

Der letzte Wunsch von Valentina Peter war es, noch einmal ins Schwimmbad zu gehen. Unterwasser-Bilder eines lachenden, kahlköpfigen Mädchens mit Taucherbrille zeugen davon, dass es der 13-Jährigen gelungen ist. Zwei Wochen später, am 9. April 2016 war sie tot.

Das fröhliche Mädchen aus Wangen im Allgäu war knapp zwölf Jahre als sie die Diagnose Knochentumor erhielt. „Dass es das Schlimmste ist, sein eigenes Kind zu verlieren, muss ich niemanden erzählen“, sagt ihr Vater Kurt Peter. „Ich will lieber dokumentieren, dass es auch unglaublich schöne Momente trotz Krebs gibt.“ Denn die langsam sterbende Valentina habe um die Schönheit eines jeden Moments bis zu ihrem letzten Tag gekämpft.

Ein paar schöne Tage bis zum Tod

Als die Chemotherapien bei seiner Tochter nicht mehr anschlugen, ging es in der Behandlung nur noch um Aufschub. „Um ein paar schöne Tage bis zum Tod.“ Als Valentina bereits palliativmedizinisch betreut wurde, wünschte sie sich einen kleinen Orangenbaum. Doch im Blumenladen angekommen, wollte sie dann lieber einen Kaktus. „Der sieht aus wie ich“, habe sie gesagt, erzählt ihr Vater. Denn durch die Absetzung der durch einen resistenten Tumor wirkungslos gewordenen Chemotherapie begannen ihre Haare wieder leicht zu wachsen – so wie Kaktusstacheln.

Aus dieser Erinnerung wurde das Logo der „Stiftung Valentina“, die ihre Eltern nach dem Tod der Tochter ins Leben riefen. Ein Comic-Kaktus mit dem Schriftzug „Never give up“. „Gib niemals auf“ war auch der Leitspruch der tapferen Valentina. Im Zeichen des Kaktus’ filtrieren die Eltern von Valentina sowie die beiden älteren Geschwister nun positive Energie aus Trauer und Leid. „Das hat für uns auch therapeutischen Charakter“, sagt Kurt Peter, der sich mit voller Energie in die Stiftungsarbeit stürzte.

Bereits nach 18 Monaten hatte die Familie mit der Hilfe von 500 Unterstützern 100.000 Euro für „PalliKJUR“, eine ambulante Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche, zusammen. PalliKJUR ist eine Zusammenarbeit der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm und der Oberschwabenklinik Ravensburg.

Never give up“

Nun erreichten die Eltern den nächsten Meilenstein: Die Stiftung Valentina sammelte per Online-Spendenaktion 65.000 Euro für ein spezielles Herz-Ultraschallgerät und die Auswertungssoftware. 30.000 Euro kamen allein von der Ernst-Prost-Stiftung, dem Hilfswerk des Liqui-Moly-Gründers und 15.000 Euro von der Erich- und Else-Zeiß-Stiftung.

Freude auf der Kinderkrebsstation ist groß

Die Freude auf der Ulmer Kinderkrebsstation ist groß: „Durch das gespendete Gerät sind wir noch besser auf die Bedürfnisse von krebskranken Kindern und Jugendlichen mit geschwächtem Immunsystem eingestellt und können die Daten dank der speziellen Software einfacher auswerten“, sagt Professor Apitz, Leiter der Sektion Pädiatrische Kardiologie an der Kinderklinik. Dadurch, dass die Sektion nun über ein weiteres Gerät verfügt, müssten die Patienten keinen unnötigen Risiken ausgesetzt werden, weil sie nun für die Diagnostik die keimfreie Umgebung nicht mehr verlassen müssen.

Weil die Krebsforschung immer weiter voran schreite, würden auch immer mehr Kinder die Krankheit überleben. Wie der Kinderarzt Fabian von Scheidt erklärt, würde die Chemotherapie aber sehr häufig zu Erkrankungen der Herzmuskulatur führen. Mit den üblichen Messungen per Ultraschall seien krankhafte Veränderungen nur sehr schwer oder überhaupt nicht zu erfassen. Nun hilft ein spezielles Herz-Ultraschallgerät Kindern ein längeres Leben zu führen, das Valentina nicht vergönnt war.

Was wurde aus: Stiftung Valentina
Die Stiftung Valentina hat in den ersten zwei Jahren rund 200 000 Euro für krebskranke Kinder gespendet.
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