Einmal Held sein – für die Kunst

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„Kulturheld“ – diese Aktion haben Akteure der freien Kulturszene unter der Leitung des Arbeitskreises Kultur ins Leben gerufen.
„Kulturheld“ – diese Aktion haben Akteure der freien Kulturszene unter der Leitung des Arbeitskreises Kultur ins Leben gerufen. (Foto: Screenshot: kulturheld.adk-ulm.de)
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„Kulturheld“ steht auf 150 Plakaten in Ulm und Neu-Ulm. In auffällig bunter Farbgebung leuchten sie von den Kultursäulen und geben eine Internet-Adresse an. Was steckt hinter der Aktion, für die sich Akteure der freien Kulturszene unter Führung des Arbeitskreises Kultur in der Corona-Krise zusammengeschlossen haben?

Der Arbeitskreis Kultur ist die gemeinsame Interessenvertretung Ulmer Kulturträger, die Idee zur Aktion stammt von Lisa Dietrich, Geschäftsführerin der Akademie für darstellende Kunst (AdK).

Jeder kann ein Held sein

Die Junge Ulmer Bühne ist dabei, das Ulmer Zelt und die AdK, der Verein Kunstwerk, der Kunstverein Ulm und die Galerie am Ehinger Tor. Der „Kulturheld“ ist dabei nicht der Künstler selbst, der Heldentenor beispielsweise, sondern jeder aus dem Publikum, der in der Zeit der epidemiebedingten Beschränkungen „dabei“ bleibt und seine Lieblingskultureinrichtung unterstützt.

Es gibt zwei verschiedene Ziele: „Uns als Junge Ulmer Bühne, die wir finanziell durch die Hilfe der Stadt Ulm nicht gefährdet sind, geht es in erster Linie darum, mit unserem Publikum in Kontakt zu bleiben“, erzählt JUB-Leiter Sven Wisser. Andere, denen es in der Krise finanziell weit schlechter geht, setzen auch auf kleine Einnahmen durch die Aktion. Aber natürlich sollen auch die Kulturhelden etwas von der Aktion haben: „Jeder macht etwas anderes“, berichtet Wisser.

Jedes fünfte Los gewinnt

Bei der JUB beispielsweise kann man Lose kaufen, von denen jedes fünfte gewinnt – und die Preise sind immateriell. Einmal pro Woche dürfen die Gewinner der Verlosung der JUB eine Aufgabe stellen, die dann auf der Bühne des Alten Theaters gelöst wird und als Video zu sehen ist – vom Geburtstagsständchen über die kleine Video-Geschichte bis zum nachgestellten Bild.

Über www.kulturheld-ulm.de kommt man auf die Internetseite des Projekts und kann dort einkaufen – „Kulturheld“-Postkarten, die die AdK macht, Öl-Skizzen vom Kunstverein, die Frank Hempel schuf. Das Ulmer Zelt bietet unter anderem Auto-Aufkleber an und im Schaufenster von Spielwaren Gänßlen (wo es diese Aufkleber ebenso wie an anderen Orten gegen eine Spende gibt) steht das aus Lego gebaute Ulmer Zelt, während das echte Ulmer Zelt heuer wegen der Epidemie in seinem Winterquartier bleiben musste.

Aktion läuft unbefristet

Die Erlöse der Kulturheld-Aktion gehen ohne jeden Abzug an die jeweils gewählte Kultureinrichtung – und helfen kann der Kulturheld mit ganz wenig Geld (eine Postkarte kostet zwei Euro) oder auch mit einer höheren Summe. Die Aktion wird unbefristet laufen, sagt Sven Wisser. „So lange wie sie in der Krise nötig ist.“

In den ersten drei Wochen jedenfalls kam positive Resonanz: „Das Publikum bekommt ein Lebenszeichen“, sagt Wisser. „Wir alle sind da, wir legen nicht die Hände in den Schoß, sondern wir lassen uns etwas einfallen. Und wir wollen Kontakt zu den Menschen, gerade in der Zeit der notwendigen sozialen Distanzierung.“

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