Ein Turm für Berblinger: So ehrt die Stadt den „Schneider von Ulm“

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Rund 20 Meter hoch soll der Turm an der Adlerbastei werden.
Rund 20 Meter hoch soll der Turm an der Adlerbastei werden. (Foto: Brunner.Ritz/Stadt Ulm)
Dagmar Hub

Das Donauufer in Höhe der Adlerbastei wird sich schon bald optisch sehr verändern: Ulm feiert 2020 den 250. Geburtstag von Albrecht Ludwig Berblinger, der als erster Gleitflieger in die Luftfahrt-Geschichte einging.

Eine auch über das Jubiläum hinaus bleibende Installation – die maximal eine halbe Million Euro kosten darf – soll auch nach dem Jubiläum an den „Schneider von Ulm“ erinnern. Mit der Arbeit am „Berblinger-Turm“ kann nach einer einstimmig getroffenen Entscheidung des Kulturausschusses nun bald begonnen werden.

Eine Jury hatte sich nach einem Gestaltungswettbewerb, zu dem acht Künstler und Künstlerinnen respektive Künstlerkollektive eingeladen worden waren, für den Entwurf der aus Baden-Württemberg stammenden und an der Münchner Akademie der Bildenden Künste tätigen Künstler Johannes Brunner und Raimund Ritz entschieden.

Einweihung am 15. Mai 2020

Im Juli tagt dazu noch der Bauausschuss des Ulmer Gemeinderats. Die Zeit drängt: Die Ausschreibung soll bereits im August beginnen, der Bau selbst im November 2019. Die Installation soll am 15. Mai 2020 eingeweiht werden.

Der „Berblinger-Turm“ wird sich auf 88 Stufen etwa 20 Meter an der Adlerbastei – an der Stelle von Berblingers wohl erzwungenem Absprung – in die Höhe schrauben, und er soll bis 15 Meter Höhe begehbar sein. Schon die Optik, an die Flügel von Berblingers Flugapparat angelehnt, und die Neigung des Turms von zehn Grad zur Donau hin sollen es dem Besucher nachvollziehbar machen, mit welchen Gefühlen zwischen Angst und Wagemut Berblinger am 31. Mai 1811 hier oben stand.

Zusätzlich soll ein Hörspiel beim Besteigen des Turms den Neugierigen schildern, wie es gewesen sein könnte an jenem Tag, als Berblinger von einem Gerüst 20 Meter über der Donau absprang und der Flugversuch mangels Thermik über dem Wasser, dafür mit Rückenwind, im Fluss endete. An jenem Tag, als aus dem mutigen Flugpionier das Gespött nicht nur der Ulmer wurde.

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