Ehemals höchstes Getreidesilo der Welt setzt noch mal einen drauf

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 Die Schapfenmühle baut: Das acht Meter hohe Speichergebäude für Fertigprodukte wird auf rund 33 Meter aufgestockt. Die Arbeiten
Die Schapfenmühle baut: Das acht Meter hohe Speichergebäude für Fertigprodukte wird auf rund 33 Meter aufgestockt. Die Arbeiten sollen Mitte 2020 abgeschlossen sein. (Foto: Thomas Heckmann)
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Einen neuen Rekord plant die Schapfenmühle nicht – auch wenn das Unternehmen wieder in die Höhe baut. Neben dem 116 Meter hohen Getreidesilo, bis September 2015 immerhin rund zehn Jahre lang das höchste der Welt, wird der Speicher für Fertigprodukte aufgestockt – von acht auf knapp 33 Meter.

Darin werden Mehl, Grieß, Schrot, Dunst und Flocken jeglicher Art gelagert. Der Bedarf ist groß, die Lagerkapazitäten dafür reichen bislang nicht aus. Daher läuft die Schapfenmühle 24 Stunden am Tag, die Arbeiter sind in drei Schichten am Werk. Außerdem muss das Produkt in der Fertigung häufig gewechselt werden. Ist das neue Gebäude fertig, können die Produkte länger gelagert werden und das Unternehmen will auf einen Zwei-Schicht-Betrieb umstellen.

Seit Mitte des Jahres laufen die Arbeiten, Mitte 2020 sollen sie abgeschlossen sein. Nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Ralph Seibold investiert die Schapfenmühle einen hohen einstelligen Millionenbetrag. Die Arbeiten sind kompliziert: „Es muss bei laufendem Betrieb funktionieren“, erklärt Seibold. Denn: „Unsere Bäcker wollen jeden Tag unsere Produkte. Da können wir nicht einfach sagen, wir liefern jetzt zwei Tage oder zwei Monate lang nichts.“

Damit der Betrieb weiterlaufen kann, wird beispielsweise zunächst ein Teil der Halle rückgebaut und dann wieder errichtet. Maschinen werden demontiert und neue werden eingebaut. Im Zug des Ausbaus stellt sich die Schapfenmühle auch technisch neu auf und tauscht in die Jahre gekommene Verpackungsanlagen aus. Die neuen sollen mit weniger Personalbedarf auskommen. Angestellte entlassen werde man aber auf keinen Fall: „Wir finden ja kaum Mitarbeiter“, sagt Seibold. 200 Frauen und Männer arbeiten an den drei Standorten in Jungingen, Dornstadt und Neenstetten sowie im Außendienst für das Unternehmen. Er freue sich darauf, seine Mitarbeiter durch das neue Zwei-Schicht-Modell endlich mehr zu sehen, sagt Seibold. Der Ausbau sei auch eine Antwort auf die Personalprobleme.

Künftig können die Kunden bestellte Waren aus dem Silo abholen – ob in Päckchen, in Säcken oder lose in großen Tanks. Dass der Anbau in die Höhe wächst hat den gleichen Grund, der schon hinter dem Bau des 116 Meter hohen Getreidesilos steckt. In Jungingen seien die Flächen knapp, berichtet Ralph Seibold. Das liege unter anderem am Platzbedarf des Drogeriemarkt-Riesen Müller. Um 10 000 Kubikmeter Kapazität bekommen zu können, habe man das Getreidesilo in die Höhe bauen müssen. Aus dem gleichen Grund stocke man nun den Speicher für Fertigprodukte auf. Dass das Silo damals das höchste der Welt war, haben die Verantwortlichen der Schapfenmühle übrigens erst bei der Einweihung erfahren, erzählt Seibold: „Das war für uns auch eine Überraschung.“

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