Drogerie-Chef Müller ernennt seinen Nachfolger

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 Zentrale der Drogeriekette Müller in Ulm: Gründer Erwin Müller hat wohl seinen Nachfolger gefunden.
Zentrale der Drogeriekette Müller in Ulm: Gründer Erwin Müller hat wohl seinen Nachfolger gefunden. (Foto: Fotos: dpa)

Der Drogerieunternehmer Erwin Müller regelt seine Nachfolge an der Konzernspitze. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, holt der 86-jährige Gründer den Aldi-Topmanager Günther Helm an Bord. Helm (39) ist Generaldirektor der österreichischen Aldi-Tochter Hofer und verantwortet überdies Teile des Aldi-Auslandsgeschäftes.

Am Mittwoch hatte Aldi Süd auf Anfrage der „Lebensmittel Zeitung“ bestätigt, dass Günther Helm das Unternehmen verlässt. Sein Nachfolger wird der US-Aldi-Topmanager Horst Leitner.

Seltener Auftritt vor Kameras: Erwin Müller und seine Ehefrau Anita im Juli 2017 bei einer Preisverleihung in Berlin.
Seltener Auftritt vor Kameras: Erwin Müller und seine Ehefrau Anita im Juli 2017 bei einer Preisverleihung in Berlin. (Foto: imago)

Der Österreicher Helm soll Mitte des kommenden Jahres die Chefposition bei dem drittgrößten Drogeriehändler mit Sitz in Ulm übernehmen. Bislang agiert Erwin Müller alleine in der Geschäftsführung. Anfragen der „Schwäbischen Zeitung“ zu der Personalie blieben am Donnerstag unbeantwortet.

Hoher Personalverschleiß

Müller hatte bereits mehrere Anläufe unternommen, einen Chef für sein Unternehmen zu finden. Doch dazu kam es nicht. Die Liste der Manager, die bei dem Drogeriehändler genervt das Handtuch warfen oder die der Inhaber schasste, ist lang. Eine Nachfolgelösung innerhalb der Familie hatte sich ebenfalls zerschlagen: Der einzige Sohn Müllers hatte sich nach jahrelangem Dauerclinch mit seinem Vater auszahlen lassen und das Thema „Drogeriekonzern Müller“ abgeschlossen. Nun scheint Erwin Müller es ernst zu meinen. Im Gespräch ist informierten Kreisen zufolge, dass Günther Helm zukünftig die Unternehmerrolle übernimmt. Müller hatte im Vorjahr bereits eine Stiftungslösung auf den Weg gebracht und die Erwin Müller Privatstiftung in Österreich gegründet. Die soll über die Geschicke des Konzerns mitbestimmen, sollte er eines Tages nicht mehr führen wollen oder können. Im Vorstand der Stiftung sind nach Angaben der „Lebensmittel Zeitung“ Vertraute aus Müllers Umgebung tätig.

Erwin Müller hatte 1953 mit der Eröffnung eines Frisörsalons, in dem er nach und nach auch Parfüm und Kosmetikartikel verkaufte, den Grundstein für sein Drogerieimperium gelegt. Seitdem führt er das Unternehmen mit 34000 Mitarbeitern weitgehend allein. Im Geschäftsjahr 2016/17 verzeichnete die nach dm und Rossmann drittgrößte deutsche Drogeriekette einen Brutto-Umsatz von 4,3 Milliarden Euro.

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