Dieses Ulmer Unternehmen feiert seinen 100. Geburtstag

Lesedauer: 4 Min
 Pflasterarbeiten in der Ulmer Fischergasse im Jahr 1928, wie auf diesem Foto vermerkt ist.
Pflasterarbeiten in der Ulmer Fischergasse im Jahr 1928, wie auf diesem Foto vermerkt ist. (Foto: Archiv / Heim)
Schwäbische Zeitung

Einen Tag der offenen Tür feiert die Firma Heim am Samstag, 22. September, von 11 bis 17 Uhr in der Zentrale in der Boschtraße 3 im Ulmer Donautal.

Die grün-gelben Schilder mit dem Heim-Schriftzug gehören in der Region fast schon zum Straßenbild. Nun feiert das Bauunternehmen seinen 100. Geburtstag. Dabei ist das Unternehmen mit heute 400 Beschäftigten mehr als ein Buddler und Bauer: Die Gruppe ist in in den Bereichen Bau, Baustoffgewinnung, Recycling, Energie und Landwirtschaft aktiv.

Die 1919 von Wilhelm Jmanuel Heim in Ulm als Straßenbau- und Pflastereiunternehmen gegründete Firma ist an zahlreichen Standorten in Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg vertreten. Geführt wird sie in der vierten Generation von Philipp Heim, der einer langen Familientradition folgt.

Erster großer Auftrag: Pflasterarbeiten an der heutigen B28

Der Ulmer Pflastermeister Wilhelm Jmanuel Heim gründete 1919 ein kleines Bauunternehmen, spezialisiert auf Pflasterarbeiten. Erste Aufträge halten die junge Firma über Wasser, der Bauhof befindet sich am Lederhof in der Ulmer Stadtmitte. Das Unternehmen erhält 1921 seinen ersten großen Auftrag: Die Pflasterarbeiten an der heutigen B28 in Richtung Blaustein und am Hindenburgring.

Nach den Kriegswirren nimmt das Unternehmen 1946 seine Arbeit wieder auf, der Bauhof befindet sich in der Ulmer Altstadt in der Schwilmengasse, man arbeitet am Wiederaufbau der Stadt ebenso wie für die französischen Besatzer. Das Unternehmen wächst, 1954 zieht der Bauhof des Betriebs ins Ulmer Donautal, an den heutigen Standort in der Boschstraße.

Anfang der 60er Jahre beschäftigt die Bauunternehmung so viele Mitarbeiter, dass eigene Omnibusse angeschafft werden, um die Mitarbeiter zu den Baustellen in Ulm und der Region zu bringen. Während der Aufbruchsstimmung der Wiedervereinigung erhält Heim den Zuschlag für einen Großprojekt mit rund 10.000 Parkplätzen in der Nähe von Leipzig, dort entstehen in kurzer Zeit große Verbrauchermärkte.

Baukrise ab 2002 birgt große Gefahren

Anfang der 2000er Jahre ist Heim dem Heimatstandort Ulm entwachsen und beschäftigt mehr Mitarbeiter in den neuen Bundesländern. Doch die Baukrise ab dem Jahr 2002 birgt große Gefahren, zahlreiche Traditionsunternehmen aus der Bauwirtschaft in Ulm müssen Insolvenz anmelden. Es zahlt sich aus, dass Heim frühzeitig neue Geschäftsfelder erschlossen hat. Die Hälfte des Umsatzes werde heute mit erneuerbaren Energie gemacht.

Dieter Heim übergab Anfang 2003 seinen Sohn Philipp Heim in die Geschäftsleitung des Unternehmens, dieser gründet 2004 die Firma Pure Power Philipp Heim setzt mit seinem Start-Up auf regenerative Energie. Philipp Heim ist ein stolzer Ulmer: Man kennt den Erminger auch als Schwanenwirtin im feschen Kleid des berühmten Ulmer Fischerstechens.

Einen Tag der offenen Tür feiert die Firma Heim am Samstag, 22. September, von 11 bis 17 Uhr in der Zentrale in der Boschtraße 3 im Ulmer Donautal.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen