Die meisten sind jung: Das fordern 700 Klima-Demonstranten bei ihrem Marsch durch Ulm

 Das Teilnehmerfeld des Klimastreiks in Ulm war bunt gemischt, die meisten waren jedoch unter 30.
Das Teilnehmerfeld des Klimastreiks in Ulm war bunt gemischt, die meisten waren jedoch unter 30. (Foto: Fotos: rau)
Regionalreporter Ulm/Alb-Donau

Vor allem die Angst, dass der Klimaschutz angesichts Krieges in der Ukraine und der Energiekrise vergessen wird – unter die Räder kommt –, hat auch in Ulm zahlreiche Menschen auf die Straße getrieben. Fridays for Future hatte abermals zum globalen Klimastreik aufgerufen. Rund 700 Menschen nahmen an Kundgebung und Demolauf durch Ulm teil (Fridays for Future sprach von 1000). Die meisten von ihnen waren unter 30.

 Janne (aus Lauterach, links) und Merle (Neu-Ulm) beim Klimastreik auf dem Münsterplatz.
Janne (aus Lauterach, links) und Merle (Neu-Ulm) beim Klimastreik auf dem Münsterplatz. (Foto: rau)

So auch Janne Geyer aus Lauterach (Alb-Donau-Kreis). Die 19-jährige angehende Studentin treibt unter anderem an: „Dass viele Menschen weltweit wegen der Klimakrise ihren Lebensraum verlieren.“ Deshalb wollte sie am Freitag in Ulm Flagge zeigen. Als Zeichen an die Politik, trotz Ukraine-Krieg und Energiekrise den Klimaschutz nicht zu vernachlässigen. Leider sehe es aktuell danach aber aus.

Merle wünscht sich das 9-Euro-Ticket zurück

Auch Merle (21) aus Neu-Ulm sieht das so. Und wenn sie einen Wunsch in Sachen Klimaschutz frei hätte, würde sie sofort wieder das 9-Euro-Ticket einführen. Sie habe selbst keinen Führerschein und auch kein Auto, da habe ihr das Ticket völlig neue Möglichkeiten erschlossen. „Ich habe mit dem Zug den gesamten Süden Deutschlands abgeklappert.“

Die 17-Jährige Lara aus Blaustein begleitete Janne Geyer und Merle auf den Münsterplatz. Wie sie selbst versuche, CO2 einzusparen? „Ich ernähre mich komplett vegan.“ Außerdem sei sie ziemlich oft mit dem Bus unterwegs.

 Die Botschaften waren vielfältig.
Die Botschaften waren vielfältig. (Foto: rau)

Die drei Freundinnen sind sich einig: Deutschland muss den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen. Dass die Bundesregierung angesichts der Energiekrise zumindest temporär weiter auf Atomkraft setzen will, halten sie für falsch.

Eine Rednerin auf der Bühne vor dem Münster stellte fest: Die vor allem durch den Ukrainekrieg angefachte Energiekrise sei sehr wohl mit Klimaschutz zu vereinbaren. Mit erneuerbaren Energien lasse sich nämlich auch verhindern, was Deutschland sich selbst durch den Bezug von russischem Gas und Öl eingebrockt habe: die Abhängigkeit von Putins Regime.

Viele Kinder und Jugendliche

Unter den Zuhörern waren auffällig viele junge Menschen, auch viele Jugendliche und Kinder. Es nahmen aber auch zahlreiche Familien und ältere Menschen teil an dem Klimastreik. Eröffnet wurde dieser durch Musikstücke einer Nachwuchsband, nach der Rede zogen die Teilnehmer vom Münsterplatz durch Ulm und Neu-Ulm. Beschlossen wurde der Nachmittag abermals mit einem Redebeitrag auf dem Münsterplatz.

 Auch viele Familien waren dabei.
Auch viele Familien waren dabei. (Foto: rau)

Eine Sprecherin von Fridays for Future kritisierte die Bundesregierung. Seit dem vergangenen globalen Klimastreik sei beim Klimaschutz „fast nichts passiert“. Auch wenn die Auswirkungen der Pandemie, des Krieges und schließlich der Energiekrise derzeit die öffentlichen Debatten bestimmten, dürfe dieser nicht hintangestellt werden. Außerdem forderte die Rednerin, dass bei der Bewältigung der aktuellen Krisen niemals der Profit im Mittelpunkt stehen dürfe, sondern dies immer die Menschen sein müssten – weltweit.

Deutschlandweit gingen laut Fridays for Future rund 280 000 Menschen auf die Straße, an mehr als 270 Orten hätten Aktionen stattgefunden.

Ins Auge stachen in Ulm Plakate, Schilder und Banner. „Wir sind jung und brauchen die Welt“ war darauf zu lesen oder „Wacht endlich auf – wir haben ein Problem“.

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