Der nächste Aufsteiger wartet

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Holger Bachthaler beim Spiel gegen Balingen. In dem sah er noch reichlich Verbesserungspotenzial.
Holger Bachthaler beim Spiel gegen Balingen. In dem sah er noch reichlich Verbesserungspotenzial. (Foto: Horst Hörger)
Schwäbische Zeitung

Beim SSV Ulm 1846 Fußball träumen sie von der großen Fußballwelt. Bei Tagträumen ist es die dritte Liga, beim Einschlafen die Zweite Liga und vielleicht – wenn nachts im Kopf die besten Träume entstehen – geistert sogar die Bundesliga durch die Fantasie der Verantwortlichen. Das ist nichts neues und der möglichst rasche Aufstieg in Liga drei wird mit der Professionalisierung ja auch ordentlich angeschubst. Davon, wie es sich anfühlt, oben zu stehen, können sich die Spatzen aber schon jetzt ein Bild machen. Platz eins lautet der Rang nach zwei Spieltagen und zwei Siegen in der Regionalliga Südwest.

Viel zu früh, um davon Rückschlüsse auf den Verlauf der Saison zu ziehen, aber immerhin: Seitdem die Südwest-Staffel in der Saison 2012/2013 eingeführt wurde, standen die Spatzen nie an der Spitze. Zwei Saisons spielten sie in der Zeit allerdings auch in der Oberliga. Trotzdem dürfte das Team am Dienstag mit einem guten Gefühl zum Auswärtsspiel beim FK Primasens reisen (Anstoß 18.30 Uhr). Nach den Siegen gegen das Top-Team Waldhof Mannheim und den schwer einschätzbaren Aufsteiger TSG Balingen wartet mit Pirmasens ein Traditionsteam.

Nach einem Jahr Abstinenz

Nach einem Jahr Abstinenz startet der ehemalige Zweitligist von Trainer Peter Tretter in dieser Saison wieder in der Regionalliga. Unterschätzen sollte die Pfälzer niemand. Wie Ulm haben sie ihre ersten beiden Partien gegen Astoria Walldorf und Mainz 05 II gewonnen und stehen mit sechs Punkten zusammen mit dem TSV Steinbach auf Platz drei. SSV-Trainer Holger Bachthaler wird den Gegner jedenfalls mit dem nötigen Ernst angehen. Zumal er sich nach den ersten beiden Ligaspielen nicht sonderlich euphorisch gab, was die Leistung seiner Mannschaft anging. Besonders die zweite Halbzeit gegen Balingen, in der seine Fußballer mehr als einen Gang zurückschalteten, gefiel ihm nicht. „Wir müssen einfach schauen, dass wir auch in den Phasen, in denen wir 2:0 führen, bessere Positionen finden. Ein besseres Passspiel auf den Platz bekommen. Das sind Basics, in denen wir uns schleunigst verbessern müssen.“ An genügend Möglichkeiten, diese grundlegenden Dinge zu verbessern, wird es in nächster Zeit nicht mangeln. Am Freitag geht es gleich weiter, zu Hause gegen die starken Kickers Offenbach.

Neuer Trainerstab für den SSV Ulm 1846 Fußball
Die Spatzen starten mit vielen Veränderungen in die kommende Regionalligasaison. Und auch die Vorbereitungen auf das Spiel gegen den Eintracht Frankfurt bringen neue Herausforderungen.

Gut für den Trainer, dass er personell gut aufgestellt ist. David Braig wird gegen Pirmasens wohl wieder zur Verfügung stehen und ansonsten fehlen nur die beiden Langzeitverletzten Vinko Sapina und Nicolas Jann. „Wir haben die Qual der Wahl“, sagte Bachthaler. Er steckt außerdem in der komfortablen Situation, Neuzugänge im Team zu haben, die sich gut ins Gefüge integrieren. Gegen Balingen zeigte vor allem Lennart Stoll eine starke Leistung. Der Medizinstudent, der vor der Saison von Preußen Münster kam, war defensiv eine echte Stütze und zog gefährliche Angriffe auf.

Der kirgisische Nationalspieler Vitalij Lux forderte Balingens Torwart Julian Hauser einige Male und Nico Gutjahr traf zum ersten Mal für die Ulmer. Wenn das so weitergeht, werden die schönen Träume des SSV Ulm 1846 Fußball vielleicht noch häufiger kommen.

DFB-Pokal: SSV Ulm 1846 Fussball spielt gegen Eintracht Frankfurt
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