Der Blick geht Richtung Autobahn

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Der Knotenpunkt Stelzenäcker/Eisenlauer Weg im Ulmer Norden ist wieder für den Verkehr freigegeben. Landesverkehrsminister Winfr
Der Knotenpunkt Stelzenäcker/Eisenlauer Weg im Ulmer Norden ist wieder für den Verkehr freigegeben. Landesverkehrsminister Winfr (Foto: sz)
Schwäbische Zeitung

Gute Nachricht für Autofahrer: Der Knotenpunkt Stelzenäcker/Eiselauer Weg im Ulmer Norden ist wieder für den Verkehr freigegeben worden. Die ehemals marode Straße Richtung Containerbahnhof wurde erneuert, die Straße „Stelzenäcker“ ausgebaut und um einen Radweg ergänzt. Außerdem entstanden zwei neue Kreisverkehre, einer davon an der alten B 10. Neben Oberbürgermeister Ivo Gönner, dem Bau- und dem Finanzbürgermeister sowie drei Landtagsabgeordneten war auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zugegen. Das hatte einerseits mit Geld zu tun, andererseits mit der Bedeutung des Gesamtprojekts.

An den Kosten von rund drei Millionen Euro hat sich das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes mit 55 Prozent beteiligt. Vorher mussten sich Politiker und Vertreter der Wirtschaft in der Region allerdings erst gehörig ins Zeug legen, denn eigentlich war das Förderprogramm bereits deutlich überzeichnet. Weil das expandierende Gewerbegebiet aber zu wichtig sei, um es außen vor zu lassen, habe die Landesregierung eine Ausnahme gemacht, berichtete Winfried Hermann. „So gut platziert sind wenige Gewerbegebiete“, sagte der Minister und schob hinterher: „Das ist eine Erfolgsgeschichte. Davon bräuchten wir mehr.“

Der Minister zeigte sich damit auch für die Rückendeckung erkenntlich, die er von Ivo Gönner im Ulmer Norden erhielt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte Hermann am Wochenende vorgeworfen, er sei „fachlich überfordert.“ Dabei ging es um das Bahnprojekt Stuttgart 21. Gönner bezeichnete die Aussagen des CSU-Politikers nun als „sehr unkollegial“ und sagte: „Ich finde das peinlich“. Demonstrativ lobte Gönner dagegen die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit dem Land.

Zur Freigabe des Kreisels am Eiselauer Weg sagte Gönner, dies sei ein wichtiger Meilenstein zur Erschließung des Gewerbegebiets. „Unser Zukunftsprojekt ist ein neuer Anschluss an die Autobahn.“ Diese Anbindung an die A 8 soll ganz in der Nähe des bestehenden Anschlusses Ulm-West gebaut werden, deshalb die Bezeichnung „Doppelanschluss“. Davon könnten zum einen die Anwohner in Dornstadt und Beimerstetten profitieren, die vom Durchgangsverkehr entlastet würden. Das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumfahrung Beimerstetten soll laut Hermann noch in diesem Jahr beginnen. Zum anderen könnte ein Anschluss Ulm-Nord dem Containerbahnhof einen weiteren Schub verleihen. Auf dem Areal besteht die Möglichkeit, irgendwann ein zweites Umschlagmodul mit zwei weiteren Kränen zu errichten. Schon jetzt verzeichnet die Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (Duss) im Ulmer Norden etwa 90 000 Ladeeinheiten pro Jahr. Der Großteil davon geht Richtung Hamburg und Bremerhaven.

Die Pläne für den neuen Autobahnanschluss seien schon sehr weit, berichtete Gönner. Möglicherweise könne bereits 2016 mit der Realisierung begonnen werden. Dazu ist ein weiterer Kreisel geplant, der künftig neben dem Containerterminal auch weitere Gewerbegebiete erschließen soll.

Für die Erschließung des Gewerbegebiets Ulm-Nord wurden zwei neue Kreisel mit jeweils 40 Meter Durchmesser gebaut – einer an der Kreuzung alte B 10/Stelzenäcker und einer am Knoten Stelzenäcker/Eiselauer Weg, der jetzt freigegeben wurde. Die Straße wurde auf einer Länge von 1,3 Kilometern erneuert. Die Kosten belaufen sich auf etwa drei Millionen Euro.

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