Defekte Heizung: Mieter frieren immer noch

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Natalia Fleischmann aus Neu-Ulm sitzt in einer kalten Wohnung: Die Heizung ist seit mehr als drei Wochen defekt.
Mehrere Hausbewohner klagen über Erkältungsbeschwerden. Einer ist bereits zu Verwanden geflüchtet, um seine Lungenentzündung auszukurieren.
Michael Ruddigkeit

Seit Mitte Dezember geht die Heizung nicht: Die Mieter eines Mehrfamilienhauses in der Maximilianstraße in Neu-Ulm mussten auch am Wochenende, als es einen heftigen Wintereinbruch gab, in ihren kalten Wohnungen ausharren. Zwar versprach der Eigentümer des Gebäudes, das Wohnungsunternehmen Vonovia, mit Hochdruck an der Lösung des Problems zu arbeiten. Doch bis Montag war es noch nicht behoben: „Wir bleiben in der Kälte“, sagte Natalia Fleischmann, eine der betroffenen Mieterinnen aus der Maximilianstraße 25.

„Es war sehr, sehr kalt“, schilderte die 66-Jährige den Zustand ihrer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung am Wochenende, als es draußen schneite und ein eisiger Wind wehte. „Wir haben den Heizlüfter angemacht und sind unter der Decke geblieben.“ Zwei der Elektrogeräte habe Vonovia ihr und ihrem Mann zur Verfügung gestellt, doch Fleischmann will die Lüfter so wenig wie möglich nutzen, weil sie Angst vor der hohen Stromrechnung hat. Am Wochenende sei es aber nicht anders gegangen: „Sonst haben wir bald Schnee an den Wänden“, sagte die Rentnerin mit einem gequälten Lachen.

Wie berichtet, beklagen die Fleischmanns, dass die Zentralheizung in ihrer Wohnung am 14. Dezember ausgefallen und seitdem trotz mehrmaliger Beschwerden nichts passiert sei: „In den drei Wochen ging gar nichts“, sagte Natalia Fleischmann. Mit extra dicker Kleidung und warmer Bettwäsche haben sich die Mieter beholfen, dennoch ist nach so langer Zeit die ganze Wohnung klamm. Inzwischen hat die vierte Woche ohne funktionierende Heizung begonnen.

Vonovia räumt ein, dass es in mehreren Häusern in Neu-Ulm Ausfälle gab und gibt – nicht nur in der Maximilianstraße, sondern auch in der Kasernstraße. Nach Darstellung des Unternehmens fiel die Heizung jedoch nicht mehrere Wochen am Stück aus – zumindest nicht in allen Wohnungen – sondern es habe wiederholt Probleme gegeben. „Wir waren immer sofort vor Ort und haben uns darum gekümmert, die Ursachen schnell zu beheben“, sagte Max Niklas Gille, Pressesprecher von Vonovia, auf Anfrage unserer Redaktion. „Dabei sind leider mehrere Probleme nacheinander aufgetreten, die wir jeweils nach kurzer Zeit wieder beheben konnten. Zum Beispiel zu viel Luft in der Anlage, ein lockerer Fühler oder Signal-Probleme.“

Pumpe muss augetauscht werden

Beim aktuellen Problem habe Vonovia festgestellt, dass eine Pumpe ausgetauscht werden müsse. „Wir haben das entsprechende Teil bestellt und warten nun auf die Meldung des Dienstleisters, wann es ankommt. Allen Beteiligten ist klar, dass das möglichst schnell gehen muss“, sagte Gille.

Wir können uns für nur entschuldigen, sollte der Eindruck entstanden sein, dass wir uns nicht kümmern.

Max Niklas Gille, Sprecher des Wohnungsunternehmens Vonovia 

Auch für Vonovia seien die wiederholten Probleme sehr ärgerlich, zumal es sich um eine neue Heizungsanlage handle. „Wir gehen davon aus, dass wir das Problem nun zügig beheben werden und die Anlage dann störungsfrei läuft“, versicherte der Pressesprecher. „Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Mieter schnell wieder eine funktionierende Heizung haben. Wir können uns für nur entschuldigen, sollte der Eindruck entstanden sein, dass wir uns nicht kümmern.“ Gille: „Wir sind mit Hochdruck dabei.“

Mieter kämpfen gegen Kündigung
Nach einem aktuellen Bericht Medienbericht sollen jetzt auch Mieter eines Hauses in der Ulmer Karl-Schefold-Straße Kündigungen von der Kanzlei aus Biberach erhalten haben. Auch dieses Haus wurde von dem Unternehmer aufgekauft.
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