Das ist der neue Ulmer Citymanager

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Stefan Greiner (links), übernimmt die Aufgabe des Ulmer Citymanagers von Henning Krone, der zu Sender Radio 7 wechselt.
Stefan Greiner (links), übernimmt die Aufgabe des Ulmer Citymanagers von Henning Krone, der zu Sender Radio 7 wechselt. (Foto: Sebastian Mayr)
Sebastian Mayr

In einem halben Jahr könnte es so weit sein, spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2020 dürfte das Ziel erreicht sein: Das neue Einkaufsquartier Sedelhöfe eröffnet. Es wird die Arbeit von Stefan Greiner prägen.

Der 26-Jährige ist neuer Ulmer Citymanager – und seine Aufgabe hat es in sich: Er soll Kunden zurückholen, die zuletzt weggeblieben sind. Sei es, weil sie im Internet einkaufen oder weil sie sich von den Baustellen abschrecken ließen.

Es gibt Hausaufgaben, die jeder alleine erledigen muss

Michael Ratter

Wobei Michael Ratter, Schuhhändler und Vorstandsmitglied im Einzelhändler-Verein Ulmer City, einschränkt: „Es gibt Hausaufgaben, die jeder alleine erledigen muss.“ Die Unternehmer müssten ihre Geschäfte attraktiv gestalten und ihre Kunden gut betreuen. Zuletzt hat das zumindest in Ratters Branche gut geklappt, die Umsätze stiegen im ersten Halbjahr ordentlich.

Neben Greiners Werbemaßnahmen und den Hausaufgaben der Einzelhändler spielen die Sedelhöfe die wohl größte Rolle für den künftigen Erfolg der Ulmer Geschäftsleute. Aus Sicht des 366 Mitglieder starken City-Vereins ist das Einkaufsquartier Chance und Risiko zugleich.

„Das Ziel war ja eindeutig, dass die Sedelhöfe etwas bieten, das Ulm noch nicht hat“, sagt der Vereinsvorsitzende und Sporthändler Michael Klamser. Doch ob dieses Ziel erreicht werde, stehe bei Weitem noch nicht fest. Vorstandskollege Ratter formuliert es schärfer: „Die Drittbesetzung bestehender Filialisten wird kein Gewinn sein.“

Direkt mit den Sedelhöfen hängt ein wichtiges Ziel der Ulmer City zusammen: Die Händler fordern einen einheitlichen Bodenbelag und eine neue Beleuchtung für die Fußgängerzone. Das soll Chancengleichheit für alle Geschäfte garantieren und das Sicherheitsgefühl der Kunden erhöhen – in der jüngeren Vergangenheit hatte es Klagen über Obdachlose, Drogensüchtige und Diebe in der Innenstadt gegeben.

Gespräch mit Ulms Oberbürgermeister

Der neue Citymanager Stefan Greiner hat seine Arbeit am Donnerstag aufgenommen und gleich am ersten Tag mit Oberbürgermeister Gunter Czisch gesprochen. Am Montag soll ein Treffen mit Vertretern der Ulmer Industrie- und Handelskammer folgen.

Ansonsten, sagt der 26-Jährige aus Heidenheim, finde er sich erst einmal ein. Vorgänger Henning Krone, der nach acht Jahren als Citymanager zu Radio 7 wechselt und dort Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation wird, hilft ihm dabei. Der 42-Jährige arbeitet seinen Nachfolger noch ein.

Etablierte Veranstaltungen wie die verkaufsoffenen Sonntage, das Weinfest oder den Tag der Rose soll es weiter geben. Greiner sagt, er wolle innovatives Marketing betreiben und die Stadt nach vorne bringen. Berufserfahrung hat er als Werkstudent beim börsennotierten Medizintechnik-Unternehmen Carl Zeiss Meditec und in der Edelobst-Brennerei seiner Eltern gesammelt, der er einen modernen Marketingauftritt verordnete.

Vor dem Masterstudium in Stuttgart hat Greiner an der Ulmer Hochschule für Kommunikation und Gestaltung ein Bachelorstudium absolviert. Aus den bunt durchmischten 32 Bewerbern, die bis aus Berlin gekommen seien, habe man bewusst Leute mit eher wenig Erfahrung ausgesucht, sagt Michael Klamser.

Man habe sich gegen Kandidaten entschieden, die der Stadt ihren eigenen Stempel aufdrücken, erklärte er. Stattdessen habe sich der Vorstand für eine „formbare Persönlichkeit“ mit einem modernen Berufseinstieg entschieden. Henning Krone bescheinigte Klamser eine „klasse Arbeit“, das Team der Ulmer City sei eingespielt.

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