Das heimstärkste Team der Liga

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 So voll wie hier beim DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt wird es im Ulmer Donaustadion eigentlich nie, besonders nicht zu
So voll wie hier beim DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt wird es im Ulmer Donaustadion eigentlich nie, besonders nicht zu Spielen der Spatzen in der Regionalliga. Die Fußballer scheint es nicht zu stören, sie sind das stärkste Heimteam der Liga. (Foto: Alexander Kaya)

Zuschauerströme sind es selten, die den Weg ins Ulmer Donaustadion finden. Das DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt war eine Ausnahme und auch die nächste Partie im Pokal gegen Düsseldorf wird eine werden. Dann sitzen wieder um die 18 000 Zuschauer auf den Rängen. Bei Regionalligaspielen sind es ein Zehntel davon – wenn es gut läuft. Trotzdem: Die Spieler des SSV Ulm 1846 Fußball scheinen sich im heimischen Rund wohl zu fühlen. Während sie in der regulären Tabelle auf Platz zwei stehen, führen sie die Rangliste der Heimteams mit 15 Punkten an. Eine Niederlage in sechs Spielen zu Hause hat es bislang für die Mannschaft von Trainer Holger Bachthaler gegeben – und fünf Siegen. Am Samstag, 13. Oktober, 14 Uhr, soll der nächste folgen, der FSV Frankfurt kommt zu Gast.

Diskussionen über die Auslastung des Donaustadions bei normalen Ligaspielen gab es schon einige, denn wie sehr es der SSV Ulm 1846 auch versuchte – mit Freikarten, Gewinnspielen oder reduzierten Tickets – so viel Publikum wie gegen den VfB Stuttgart II im September (3550) werden es in der Liga selten. Auch da waren kostenlose Tickets an Schulen und Vereine verteilt worden. Wenn Höhepunkte wie die Pokalspiele anstehen, kommen die Donaustädter allerdings in Scharen in die Friedrichsau. Interesse scheint es also vorhanden zu sein. „Der Regionalliga-Fußball wird vielleicht nicht so angenommen“, vermutet Bachthaler. Dabei sei die Unterstützung der Heimfans extrem wichtig für eine Fußballmannschaft. „Wir haben das bei den Flutlichtspielen an den Freitagabenden gemerkt. Da herrschte eine gute Stimmung.“ Klar, er wünsche sich schon mehr Zuschauer, sagt er. Aber: „Wir können ja niemanden zwingen, ins Stadion zu kommen.“

Bachthalers Devise ist es daher, die Leute durch sportliche Leistungen anzulocken. Potenzial hätte das Spiel seiner Mannschaft jedenfalls, findet er. „Wir haben eine ansehnliche und attraktive Spielweise.“ Erfolgreich ist sie noch dazu, denn die Spatzen bleiben dem Spitzenreiter Waldhof Mannheim weiter dicht auf den Fersen. Am vergangenen Wochenende hätten sie sogar die Chance gehabt, am SV vorbeizuziehen. Er verlor bei den Kickers aus Offenbach, doch Ulm kam nicht über ein Unentschieden bei Hessen Dreieich hinaus. Immerhin, der Abstand beträgt jetzt nur noch zwei Punkte. Für Bachthaler wieder der Beleg für die Qualität und Ausgeglichenheit in der Regionalliga. „Wir können keinen Gegner locker niederspielen“, sagt er. Die verpasste Chance, mit Waldhof gleichzuziehen, wurmt ihn angeblich nicht. „Wir sind immer gut damit gefahren, auf uns zu schauen.“

Da gibt es bei all den guten Resultaten trotzdem noch immer den einen Wermutstropfen: die Chancenverwertung. Die war auch gegen Dreieich wieder einmal nicht sonderlich gut. Ulm hätte das Spiel früh entscheiden können, brachte sich aber durch das Auslassen hochkarätiger Möglichkeiten noch in Bedrängnis. Natürlich sei der Torabschluss Teil des Trainings, sagt Bachthaler. Manchmal werde in einer Einheit sogar nur der Torschuss geübt. Ob seine Spieler dann auch ins Tor treffen? „Mehr oder weniger“, sagt der Trainer und lacht. Mut macht ihm, dass Stürmer David Braig wieder fit ist, genau wie Kapitän Florian Krebs. Dafür könnte gegen den FSV aber Johannes Reichert verletzt fehlen, genau wie Alper Bagceci.

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