Darum liegt das geplante Bordell jetzt vorerst auf Eis

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In Neu-Ulm gibt es Streit um ein geplantes Bordell.
In Neu-Ulm gibt es Streit um ein geplantes Bordell. (Foto: dpa)
Michael Ruddigkeit

Eigentlich wollte am Donnerstag der Ausschuss für Hochbau und Bauordnung im zweiten Anlauf über ein geplantes Bordell in der Boschstraße in Neu-Ulm diskutieren. Doch der Punkt „Nutzungsänderung von einem Büro-/Schulungsbereich zu einer gewerblichen Zimmervermietung für erotische Dienstleistung“ wurde von der Tagesordnung genommen. Grund: Der Eigentümer des betreffenden Gebäudes hat seinen Antrag überraschend zurückgezogen. Das bestätigte Tanja Knoll von der Pressestelle der Stadt Neu-Ulm auf Anfrage. Vorerst sind die Bordell-Pläne im Neu-Ulmer Gewerbegebiet damit vom Tisch. Über die Gründe für den Rückzug konnte Knoll nichts sagen.

 Pläne für ein neues Bordell haben in Neu-Ulm für Aufregung gesorgt.
Pläne für ein neues Bordell haben in Neu-Ulm für Aufregung gesorgt. (Foto: Alexander Kaya)

Wie berichtet, haben die Pläne für ein neues Bordell in Neu-Ulm für Aufregung gesorgt. Nachbarn in der Boschstraße befürchteten Belästigungen durch alkoholisierte Kunden, Zuhälterei und Kriminalität im Umfeld des Etablissements, das sich in Sichtweite der Glacis-Galerie und der Montessori-Schule befindet. Rein baurechtlich ist gegen eine Nutzungsänderung an dieser Stelle jedoch nichts zu sagen.

Vielleicht wird’s zum Schluss ein Stundenhotel.

Angelika Diemer, Bordell-Betreiberin

Nach Auffassung der Stadt ist ein Bordell in der Boschstraße zulässig. Den Neu-Ulmer Stadträten wäre also eigentlich nichts anderes übrig geblieben, als dem Antrag zuzustimmen. Doch nach kontroverser Diskussion haben sie Anfang Februar die Entscheidung vertagt. In der nächsten Sitzung am Valentinstag sollte auf Antrag von Thomas Mayer (CSU) die Polizei eine Stellungnahme abgeben. Nach der Nutzungsänderung hätte die Stadtverwaltung dann in einem zweiten Schritt die eigentliche Betriebserlaubnis erteilen müssen. Das hat sich nun erledigt.

 Angelika Diemer ist Galeristin und Betreiberin eines Bordells in der Industriestraße in Neu-Ulm. Mit ihrem Betrieb will sie in
Angelika Diemer ist Galeristin und Betreiberin eines Bordells in der Industriestraße in Neu-Ulm. Mit ihrem Betrieb will sie in die Boschstraße umziehen – und lädt die Nachbarn ein, sich selbst ein Bild von dem Etablissement zu machen. (Foto: Alexander Kaya)

Die Betreiberin, die mit ihrem Etablissement von der Industriestraße in die Boschstraße umziehen möchte, gibt aber noch nicht klein bei: „Wir müssen jetzt alles noch mal durchdiskutieren“, sagte Angelika Diemer. Die 53-Jährige bleibt dabei, dass die Anwohner nichts zu befürchten hätten, weil in ihrem Betrieb alles in Ordnung sei. Das will sie den Leuten bei Führungen deutlich machen. In der Vergangenheit habe sie mit ihren Nachbarn immer ein gutes Verhältnis gehabt. Möglicherweise müssten die Pläne in der Boschstraße etwas geändert werden: „Vielleicht wird’s zum Schluss ein Stundenhotel.“

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