Darum gibt es immer mehr Unternehmen im Raum Ulm

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 Der Unternehmensbestand hat in der Region wieder deutlich zugenommen.
Der Unternehmensbestand hat in der Region wieder deutlich zugenommen. (Foto: rwe)
Schwäbische Zeitung
Oliver Helmstädter

Der Unternehmensbestand hat in der Region der Ulmer Industrie- und Handelskammer (IHK) wieder deutlich zugenommen: Zwischen 2016 und 2018 entstanden 955 neue Betriebe. Und besser noch: Im Vergleich der zwölf baden-württembergischen IHK-Regionen liegt die Stadt Ulm bei der Wachstumsintensität hinter der Region Hochrhein-Bodensee auf Rang zwei. Wachstumsintensität nennt man den Zuwachs an Unternehmen pro 10.000 Einwohner.

In einer Langzeitbetrachtung von 2009 bis 2018 ist die IHK-Region Ulm sogar die Nummer eins. Der Landesdurchschnitt von durchschnittlich 6,7 Gründungen je 10.000 Einwohner wird mit einem Wert von 8,5 deutlich übertroffen.

„Diese Zahlen bestätigen einmal mehr die hohe Dynamik unserer Wirtschaftsregion“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle die Ergebnisse des aktuellen IHK-Gründeratlas.

Erfreulich ist aus Sicht von Sälzle zudem, dass die Gründungszahlen nach einer starken Abwärtsbewegung zwischen 2009 und 2014 in jüngster Zeit nicht mehr weiter sinken, sondern zumindest auf verhaltenem Niveau verharren. 2018 gab es sogar ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr.

Zwischen 2016 und 2018 wurden knapp 9000 Betriebe gegründet

Insgesamt wurden im Betrachtungszeitraum 2016-2018 über 8925 Betriebe in der IHK-Region Ulm gegründet. Ein Grund für die relativ niedrige Gründertätigkeit sei die Situation der Wirtschaft der Region: Wer „fantastische Möglichkeiten“ auf dem Arbeitsmarkt hat, überlege sich doppelt, ob er sich selbstständig machen will.

Dennoch: Die Ursache für das überdurchschnittliche Wachstum beim Unternehmensbestand liegt nicht in einer besonderen regionalen Gründungsdynamik. Letztlich weist die IHK-Region Ulm sogar eine im Vergleich zum Landeswert unterdurchschnittliche Gründungsintensität (Gründungen je 1000 Einwohner) auf. Außerdem sei die Gründungsintensität in eher ländlich strukturierten Regionen erfahrungsgemäß niedriger als im städtischen Umfeld.

Anzahl der Betriebsaufgaben ist eher gering

Der Spitzenplatz bei der Wachstumsintensität des Unternehmensbestandes habe somit einen anderen Grund: Die Anzahl der Betriebsaufgaben ist in der IHK-Region Ulm relativ gering im Vergleich zur Anzahl der Gründungen. Die Unternehmen in der Region weisen also eine hohe Nachhaltigkeit und Marktbeständigkeit auf.

Bei den Gründungen entwickelt sich die Marktbeständigkeit bereits seit Jahren sehr positiv. 2018 wurden nun neue Bestwerte erreicht: Nach drei Jahren sind fast 69 Prozent der Gründungen immer noch am Markt tätig.

„Die Qualität der Gründungen hat somit ein beachtliches Niveau erreicht“, sagt Sälzle. Diese Entwicklung sei dabei auch eine Bestätigung der Arbeit der IHK. Denn bei den Gründungsberatungen im Starter-Center der IHK Ulm besprechen die Berater mit den Gründern sehr intensiv die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Selbstständigkeit.

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