CSU nominiert Katrin Albsteiger als OB-Kandidatin

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 Katrin Albsteiger in Bluse und Blazer
Die CSU-Politikerin Katrin Albsteiger (35) möchte als Nachfolgerin von Gerold Noerenberg Oberbürgermeisterin in Neu-Ulm werden. (Foto: pm)
Ronald Hinzpeter

Es war ein ungewöhnlicher Ort für eine CSU-Versammlung: Der Salon Moto in Neu-Ulm ist eine Mischung aus Gaststätte, Motorrad-Oldtimerwerkstatt und Mietgarage. Aber vor allem ist er ein Ort mit Coolness-Faktor. Er war offenbar bewusst gewählt, um dort eine junge Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters der Großen Kreisstadt zu nominieren. 

Katrin Albsteiger, 35 Jahre alt, ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete und seit fünf Jahren Stadträtin in Neu-Ulm, will Gerold Noerenberg beerben, der bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr nicht mehr antritt. Die Mitglieder des Stadtverbands gaben ihr dafür am Dienstagabend den nötigen Rückenwind.

Sie erhielt 55 von 56 abgegebenen Stimmen. Der Gratulant, der sozusagen von „höchster Warte“ seine Glückwünsche schickt, war der CSU-Kreisvorsitzende Thorsten Freudenberger, der sich gerade auf einer Alpenüberquerung befindet. Er sandte seine Botschaft von einer in 1891 Metern Höhe gelegenen Berghütte in den Salon Moto.

Katrin Albsteiger kandidiert für die CSU für das Amt des Neu-Ulmer Oberbürgermeisters.
Katrin Albsteiger kandidiert für die CSU für das Amt des Neu-Ulmer Oberbürgermeisters. (Foto: SZ)

Nicht nur der Rahmen der Nominierung war anders, auch die Form, die Kandidatin zu präsentieren: In einer Art Talkshow, in der die Ulmer CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer, die Landtagsabgeordnete und Ex-Oberbürgermeisterin Beate Merk sowie der Elchinger Unternehmer Anton Gugelfuss als Weggefährten Auskunft über Katrin Albsteiger gaben, wurde die Kandidatin vorgestellt und den Parteimitgliedern ans Herz gelegt. Sie war übrigens die einzige Bewerberin.

Albsteiger und die Stadt mit „ganz viel Zukunft“

Albsteiger selbst beschwor in ihrer frischen und mitreißenden Rede ein lebenswertes Neu-Ulm, einer Stadt „mit ganz viel Zukunft“. Sie will die Stadt im ökologischen Sinne grüner machen, wie sie erklärte. Beim Umweltschutz könne die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen. Albsteiger möchte als OB Plastik aus der Stadt drängen, für jedes in Neu-Ulm geborene Baby einen Baum pflanzen lassen und dafür sorgen, dass möglichst klimafreundlich gebaut werde. Zudem solle ein Klimaschutzbeirat installiert werden.

Albsteiger will kostenlosen Nahverkehr

Neu-Ulm gehe es gut, dort lasse sich wunderbar leben - und das solle auch in Zukunft so bleiben. Die Menschen sollten gute Arbeitsplätze finden, sich wohlfühlen. Dazu beitragen werde ein Förderprogramm für Betriebskindergärten. Albsteiger strebt ein „ganzheitliches Verkehrskonzept“ an, in dem etwa auch eine Seilbahn ihren Platz finden könnte. Zum Verkehrskonzept gehört für sie angesichts der wachsenden Staus in der Stadt auch ein kostenfreier ÖPNV. Wenn sich der nicht durchgängig durchsetzen lasse, dann wenigstens zu den Stoßzeiten.

Noerenberg fordert „leidenschaftlichen Wahlkampf“ für Albsteiger

Albsteiger, die sich eine „gnadenlose Optimistin“ nennt, setzt nach ihren eigenen Worten sehr stark auf Dialog und auf Teamarbeit. Das gelte auch für den Wahlkampf. Zuvor hatte Gerold Noerenberg ebenfalls seine Partei zur Geschlossenheit aufgerufen, denn nur so seien in der Vergangenheit Erfolge errungen worden. Er wünscht sich von den Mitgliedern einen „intensiven, leidenschaftlichen Wahlkampf“.

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