„Christoph 22“ hat ausgedient

Lesedauer: 4 Min
Der alte (rechts) und der neue Rettungshubschrauber des ADAC trafen sich am Samstag auf dem BWK-Gelände am Oberen Eselsbverg.
Der alte (rechts) und der neue Rettungshubschrauber des ADAC trafen sich am Samstag auf dem BWK-Gelände am Oberen Eselsbverg. (Foto: Heckmann)

Der Ulmer Rettungshubschrauber, bekannt unter seinem Funkrufnamen „Christoph 22“, ist am Pfingstsamstag gegen einen anderen Hubschrauber ausgetauscht worden. Die bisherige Maschine vom Typ BK-117 B2 wurde vom ADAC nach Neuseeland verkauft. Als Ersatz kam eine nahezu typengleiche Maschine wieder nach Ulm.

Seit der ADAC im Jahr 2003 von der Bundeswehr den Flugbetrieb des Ulmer Rettungshubschraubers übernahm, war die 1985 gebaute Maschine mit der Luftfahrtkennung D-HBND der Ulmer Rettungs-Hubschrauber. Nur, wenn Wartungen oder Reparaturen notwendig waren, war eine Ersatzmaschine im Einsatz.

Schrittweise modernisiert die ADAC Luftrettung derzeit ihre rund 50 Hubschrauber starke Rettungsflotte durch den Einsatz des neuen Helikopter-Typs H 145 T2. Vom bisherigen Hubschrauber-Typ konnten 14 Stück an einen neuseeländischen Luftretter verkauft werden. Als nun die Ulmer Maschine aufgrund ihrer Flugstunden zu einer größeren Wartung in die Werft nach Landshut musste, entschied der ADAC, dass „Christoph 22“ gleich für Neuseeland verkaufsfertig gemacht wird.

Die für Ulm eingeplante neue Maschine H 145 T2 wird nach den Worten von ADAC-Sprecher Jürgen Griewing vermutlich im Jahr 2017 geliefert werden. Um die jährlich über 1500 Ulmer Luftrettungseinsätze abwickeln zu können war daher eine Zwischenlösung notwendig. Am Samstag traf die D-HSMA aus Landshut als künftiger Ulmer Stamm-Hubschrauber am Bundeswehrkrankenhaus auf dem Oberen Eselsberg ein. Zeitgleich wurde der bisherige Helikopter zu einem Einsatz gerufen. So trafen sich zwei gelbe Helikopter am BWK Der alte Hubschrauber brach zu einem Notfall auf, während der neue bereits über dem Landeplatz einschwebte.

Während sich die diensthabende Notärztin im „Christoph 22“ um eine Patientin kümmerte, wurde bereits der neue Hubschrauber in den Hangar gebracht und sofort mit den zusätzlichen Ulmer Beschriftungen versehen. Die Schriftzüge „Bundeswehrkrankenhaus Ulm“ auf den Türen und unter dem Seitenfenster das Wappen des BWK.

Als „Christoph 22“ von seinem erfolgreichen Einsatz zurückkehrte, ging alles ganz schnell: Pilot und Stationsleiter Gerd Rothenhäusler setzte die Maschine routiniert neben dem neuen Hubschrauber auf das Flugfeld. Nachdem die Triebwerke zum Stillstand gekommen waren, packten alle mit an. Etwas mehr als 20 Minuten dauerte es, bis alle Ausrüstungsgegenstände von einem Hubschrauber zum anderen gewandert waren. Neben Beatmungsgerät und Trage gehörten dazu der Defibrillator und eine Spritzenpumpe.

Teddy gegen die Angst

Dazu gesellten sich auch überraschende Ausrüstungsgegenstände. Ein Regenschirm zum Schutz von Patienten und Personal des Hubschraubers war genauso dabei wie ein Teddy, der kleinen Patienten die Angst vor dem Flug im Hubschrauber nehmen soll.

Kurz nach 17 Uhr ging dann am Pfingstmontag die 12-jährige Ära von „Christoph 22“ in Ulm zu Ende, Pilot und Bordtechniker starteten den Hubschrauber zum 50-minütigen Flug in die Werft nach Landshut. Die neue Maschine D-HSMA hat bereits ein aufregendes Leben hinter sich, sie wurde 1986 in Donauwörth gebaut und war zuerst in Mexiko als Rettungshubschrauber unterwegs. Im Jahr 2005 wurde sie dann vom ADAC gekauft und in der Bonner ADAC-Werft für die deutsche Luftrettung umgebaut und umlackiert.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen