CDU verteidigt Namensgebung für Rommelkaserne

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Soll die Dornstadter Rommelkaserne weiterhin den Namen des Feldmarschalls tragen? - die CDU ist dafür, die Grünen fordern eine (Foto: koni)

Der Fernsehfilm „Rommel“, der kürzlich in der ARD ausgestrahlt wurde, hat die Debatte über den Generalfeldmarschall aus Herrlingen und seine Rolle im „Dritten Reich“ neu entfacht. Dabei geht es auch um die Frage, ob Erwin Rommel als Namensgeber für Kasernen der Bundeswehr taugt. Nach Ansicht von Omid Nouripour, dem sicherheitspolitischen Sprecher der der Grünen im Bundestag, ist dies nicht der Fall. Der CDU-Kreisverband Alb-Donau/Ulm hält dagegen.

„Rommel ist das Gesicht des Angriffs- und Vernichtungskrieges von Nazi-Deutschland. In diese Tradition darf sich die Bundeswehr nicht stellen“, sagte Nouripour laut seiner Homepage in einem Interview. Deshalb sollten die nach Rommel benannten Kasernen in Dornstadt und Augustdorf (Nordrhein-Westfalen) umbenannt werden. Jetzt haben sich der CDU-Kreisverband Alb-Donau/Ulm und sein Arbeitskreis für Außen- und Sicherheitspolitik dazu geäußert. Mit deutlichen Worten beziehen die christdemokratischen Kommunalpolitiker gegen eine Umbenennung der Rommelkaserne Stellung.

Wörtlich heißt es in der Mitteilung der CDU: „Solche Umbenennungen sind meist nicht so harmlos, wie es scheint, sondern Teil einer schleichenden Ideologisierung, weil in nahezu allen Fällen Initiatoren dahinter stehen, die in einer kaum mehr erträglichen bornierten Arroganz die alleinige Deutungshoheit der Political Correctness für sich in Anspruch nehmen.“

Es gehe in erster Linie nicht darum, ob Rommel es verdient hat, dass sein Name auch weiterhin durch die Benennung zweier Kasernen geehrt wird. Es gehe zunächst einmal darum, die Entscheidung einer früheren Generation zu achten. „Die Kaserne in Dornstadt wurde im Juni 1965 nach Rommel benannt, weil Generalfeldmarschall Rommel für die Menschen in dieser Zeit noch eine große Bedeutung hatte und seine Biografie aufs Engste mit dieser Region verbunden ist.“ Seit 1965 hätten Tausende von Soldaten in dieser Kaserne Dienst geleistet. „Für sie war die Rommel-Kaserne Heimat auf Zeit. Das sollte man respektieren.“

Vergangenheit könne nicht selektiv, sondern nur in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. „Wir stehen für ein Bekenntnis zu unserer Geschichte mit ihren stolzen Höhen, aber auch ihrer abgrundtiefen Tiefen“, schreiben die CDU-Politiker Paul Glökler und Hubert Bold. „Wir wollen die kritische Auseinandersetzung mit dieser Geschichte, mit ihren Akteuren. Erinnerungen auszublenden, indem man eine Umbenennungsaktion nach der andern durchführt, halten wir für falsch, weil ein solches Verhalten genau diese Auseinandersetzung erschwert oder gar verhindert.“

Bereits Ende Oktober hatten die Bundestagsfraktionen von Linke und Grünen beantragt, die Namen von Bundeswehrkasernen zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. Nach wie vor trügen Bundeswehreinrichtungen Namen führender Militärrepräsentanten des nationalsozialistischen Regimes, die an Angriffs- und Vernichtungskriegen aktiv mitgewirkt hätten, heißt es in dem Antrag. Mit der Benennung von Kasernen nach solchen Personen würden die Taten von Kriegsverbrechern relativiert. „Dies ist für die deutsche Gesellschaft untragbar.“

Der Bundestag solle die Bundesregierung auffordern, „dafür Sorge zu tragen, dass als Namensgeber und Vorbilder für die Bundeswehr keine Personen infrage kommen, die nach ethischen, rechtsstaatlichen oder freiheitlich-demokratischen Kriterien nicht in besonderer Weise beispielhaft und erinnerungswürdig sind.“

Wobei Omid Nouripour im Fall Rommel betont, es gehe nicht darum, den Generalfeldmarschall und Befehlshaber des deutschen Afrika-Korps als Kriegsverbrecher darzustellen. „Das wäre aus heutiger Sicht auch falsch.“ Aber es sei nicht so, dass es unter Rommels Kommando keine Kriegsverbrechen gegeben habe, beispielsweise in Italien und Libyen.

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