Bundeswehr zieht aus Gesundheitsamt ab, weil sich die Lage entspannt

 Soldaten unterstützten im Landratsamt das Gesundheitsamt bei der Corona-Kontaktnachverfolgung.
Soldaten unterstützten im Landratsamt das Gesundheitsamt bei der Corona-Kontaktnachverfolgung. (Foto: Stefan Sauer/dpa)
Schwäbische Zeitung

Über Monate hinweg haben Bundeswehrsoldaten im Landratsamt Alb-Donau-Kreis bei der Kontaktpersonennachverfolgung geholfen und damit das Gesundheitsamt entlastet. Zu den Zeiten, als die Inzidenz im Kreis noch weit über 100 war, war diese Unterstützung dringend notwendig.

„Ohne die Amtshilfe der Bundeswehr hätten wir die Kontaktpersonennachverfolgung auf dem Höhepunkt der zweiten und dritten Welle nicht mehr durchgehend gewährleisten können“, sagt Landrat Heiner Scheffold. „Im Namen unserer Kreisverwaltung und aller Bürgerinnen und Bürger danke ich den Soldatinnen und Soldaten, die in unserem Gesundheitsamt im Einsatz waren, für ihre wertvolle Arbeit und das gute Miteinander“, so der Landrat zur Verabschiedung der Soldatinnen und Soldaten, die in den vergangenen acht Monaten den Fachdienst Gesundheit im Landratsamt Alb-Donau-Kreis bei der Pandemiebekämpfung unterstützt haben.

 Landrat Scheffold dankt Oberbootsmann Latyschev und Oberstleutnant Söhnlein stellvertretend für die Unterstützung der Bundesweh
Landrat Scheffold dankt Oberbootsmann Latyschev und Oberstleutnant Söhnlein stellvertretend für die Unterstützung der Bundeswehr bei der Eindämmung der Corona-Pandemie. Als kleines Zeichen der Anerkennung und zur Erinnerung überreichte er den Soldaten einen Schirm, der Orte des Alb-Donau-Kreises zeigt. (Foto: Landratsamt)

Die Bundeswehr beendete am Mittwoch ihren Einsatz im Landratsamt Alb-Donau-Kreis. „Da die Fallzahlen stark gesunken sind, ist eine personelle Verstärkung des Gesundheitsamtes durch die Bundeswehr vorerst nicht mehr notwendig“, so der Landrat weiter.

„Wir blicken aber mit großer Dankbarkeit auf die vergangenen acht Monate zurück. Die Einsatzbereitschaft und Motivation der Soldatinnen und Soldaten war beispiellos. Und mit Generalleutnant Jürgen Knappe vom Multinationalen Kommando Operative Führung in Ulm und Oberstleutnant Kai-Markus Geyer vom Kreisverbindungskommando hatten wir zwei zuverlässige Ansprechpartner, die uns mit ihrer großen Kompetenz in Sachen Krisenmanagement zur Seite standen – dafür mein herzlicher Dank.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt: In Ausnahmesituationen ist auf die Bundeswehr Verlass. Sie war für uns eine wertvolle Säule und hat mit zu stabilen Strukturen in der Hochphase der Pandemie beigetragen“, so Scheffold.

Das aus bis zu zwölf Personen bestehende Team übernahm seit Herbst 2020 wichtige Aufgaben im Bereich der Kontaktverfolgung und leistete darüber einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus. Zu den Tätigkeiten der Soldatinnen und Soldaten des Unterstützungsverbandes des Multinationalen Kommando Operative Führung in Ulm gehörten beispielsweise das Führen von Absonderungsgesprächen im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung einschließlich der Entisolierung und die statistische Datenerhebung zur Erfassung von Infektionsgeschehen.

Der Erste Landesbeamte Markus Möller hatte am 19. Oktober 2020 einen Antrag auf Amtshilfe durch die Bundeswehr für das Gebiet des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm gestellt. Am 23. Oktober 2020 waren die Soldatinnen und Soldaten dann zum ersten Mal im Fachdienst Gesundheit eingesetzt.

Durch die hohen Fallzahlen in der zweiten Corona-Welle hatte sich das Arbeitsaufkommen in den Gesundheitsämtern bundesweit derart erhöht, dass die personellen Kapazitäten vieler Behörden nicht mehr ausreichten. Über die Amtshilfe unterstützte die Bundeswehr die Landkreise und kreisfreien Städte deshalb mit mehreren tausend Soldatinnen und Soldaten bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

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