Bund will bis zu 30 Millionen Euro für Ulmer Wasserstoff-Fabrik locker machen

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Bundesministerin Anja Karliczek und Bundesminister Peter Altmaier bei der jüngsten Vorstellung der Nationalen Wasserstoffstrateg
Bundesministerin Anja Karliczek und Bundesminister Peter Altmaier bei der jüngsten Vorstellung der Nationalen Wasserstoffstrategie. Auch Ulm soll profitieren. (Foto: Hans-Joachim Rickel)
Schwäbische Zeitung

In Ulm soll eine Forschungsfabrik für Brennstoffzellen und Wasserstoff aufgebaut werden. „HyFab“ nennt sich das Zukunftsprojekt auf dem Oberen Eselsberg verheißungsvoll. Am Dienstag hat Steffen Bilger, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, beim Ulmer Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW) vorbeigeschaut – und bis zu 30 Millionen Euro seitens des Bundes zugesagt.

Damit soll der „Wissens- und Technologievorsprung Deutschlands“ in der Brennstoffzellenforschung gegenüber Asien und Amerika gefestigt werden. Die hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer hatte ihren Kollegen aus dem Bundestag eingeladen, auch Ulms OB Gunter Czisch zeigte sich erfreut.

Bund sieht große Chancen für die Industrie

„Wir unterstützen das Ziel von HyFab uneingeschränkt, die Erforschung von Fertigungsprozessen zur Produktion von Brennstoffzellen voranzutreiben“, so Steffen Bilger laut Mitteilung am Dienstag bei seinem Besuch in Ulm. Der Bund sehe darin „große Chancen“ für die deutsche Industrie. Profitieren sollen vor allem „wichtige Branchen“ wie der Maschinenbau und die Automobilzulieferer – die gerade auch in Baden-Württemberg eine bedeutende Rolle spielten, so der Staatssekretär.

Seine Zusage: Das Bundes-Verkehrsministerium wolle die Produktions- und Prozessforschung im Rahmen des HyFab-Vorhabens mit einem Gesamtbetrag von bis zu 30 Millionen Euro über mehrere Jahre fördern. Bilger: „Ulm kann damit seine Bedeutung in der Brennstoffzellenforschung ausbauen.“

Wir sind eine traditionell fleißige und innovative Region. 

Gunter Czisch, Ulms Oberbürgermeister

Ulms Oberbürgermeister freute sich. Dies sei ein weiterer Schritt, das Profil der Wissenschaftsstadt mit neuen Technologien zu schärfen, so Gunter Czisch. Der strukturelle und technologische Wandel in der Mobilität stelle Ulm und die Region vor „Herausforderungen“, bei denen vor allem die Unternehmen und deren Beschäftigte eine Perspektive bräuchten.

Czisch betonte, dass die Forschungsfabrik in Ulm gut aufgehoben sei: „Wir sind eine traditionell fleißige und innovative Region. Die Unternehmen setzen Impulse von der Spitzenforschung bis hin zur Produktion.“

Die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer (CDU) zeigte sich laut Mitteilung über die Förderung des Bundes hocherfreut: „Dass der Bund mit einer so großen Fördersumme das HyFab-Vorhaben unterstützt, unterstreicht die Bedeutung der hier am ZSW geleisteten Arbeit und die vorhandene Exzellenz der Forschung.“

Kemmer verwies auch auf die Nationale Wasserstoffstrategie und das kürzlich verkündete Konjunkturprogramm des Bundes zur Bekämpfung der Corona-Folgen. Das Konjunkturprogramm beinhalte „ein Zukunftspaket“, das sich auf besonders zukunftsträchtige Branchen der deutschen Volkswirtschaft fokussiere. Wasserstoff nehme hier eine wichtige Rolle ein, die Fördermittel würden hierfür „massiv ausgeweitet“ – „und Ulm und unsere ganze Region profitiert nun davon“.

Kemmer zeigte sich davon überzeugt, dass „wir damit einen weiteren großen Schritt machen und unsere Position als einer der führenden Standorte in der Erforschung von Wasserstoff- und Brennstoffzellenvorhaben festigen“.

Die noch zu bewältigende Aufgabe bestehe nun darin, einen Weg zu finden, um die Förderung durch das Ministerium im Rahmen des „Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie“ zu ermöglichen. Wichtig sei dabei, die Beteiligung der Industrie sicherzustellen und so die Förderung „förder- und beihilferechtlich“ zu ermöglichen.

Corona-Krise besondere Herausforderung

Dazu fänden aber „intensive Gespräche“ zwischen Ministerium, den Projektverantwortlichen von HyFab und Vertretern des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau statt.

Staatssekretär Bilger: „Mir ist bewusst, dass es angesichts der Corona-Krise für die Industrie eine Herausforderung darstellt, finanzielle Zusagen für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben abzugeben, die sich eher mittel- und langfristig auszahlen werden. Aber ich bin positiv gestimmt, dass wir zu einer für alle tragbaren Lösung kommen.“

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