Brandanschlag auf Ulmer Moschee: Urteil ist rechtskräftig

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Brandstelle
Der Brandanschlag wurde im Frühjahr 2018 auf die Moschee am Ehinger Tor in Ulm verübt. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung

Nach einer Prüfung des Bundesgerichtshofs steht fest: Das Urteil gegen die Angeklagten im Prozess zum Brandanschlag auf eine Moschee in Ulm im Frühjahr 2018 ist rechtskräftig. Darüber hat das Landgericht Ulm am Mittwoch informiert.

Die Angeklagten mussten sich seit Dezember 2018 vor Gericht verantworten. Insgesamt standen sechs Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren vor Gericht, weil sie mit Benzin gefüllte Flaschen gegen das Gebäude der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft Milli Görus geworfen haben sollen.

Drei der Männer wurden im April 2019 dann zu Haftstrafen von drei Jahren, drei Jahren und neun Monaten sowie fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zwei Männer erhielten Bewährungsstrafen; einer kam mit einer Verwarnung wegen indirekter Hilfeleistung davon. Vier der Angeklagten hatten nach dem Prozess in Ulm gegen das Urteil Revision eingelegt. Diese wurden nun als unbegründet verworfen.

Brandanschlag zählt als Mordversuch
Das Urteil zu einem Brandanschlag an einer Ulmer Moschee ist am Freitag am Landgericht gefallen. Im März vergangenen Jahres haben drei Männer das Gebäude am Ehinger Tor in Ulm ausgewählt, um ein Zeichen zu setzen.

Acht Personen sollen sich zur Tatzeit damals in dem Gebäude aufgehalten haben. Deren Tod nahmen die Angeklagten bei ihrem Vergehen in Kauf, wie der Richter damals das Urteil argumentierte.

Die Personen wären, so der Richter damals, im Schlaf von einem Feuer überrascht worden, wenn die Brandsätze nicht noch rechtzeitig von einer Polizeistreife gelöscht worden wären. Das Motiv der Täter sei gewesen, auf die Notlage der Kurden im nordsyrischen Afrin aufmerksam zu machen und gegen den dortigen Einsatz der türkischen Armee zu protestieren.

Kriminalstatistik 2018 nach Landkreisen

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