Besinnlichkeit nur auf dem Beinkleid

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 Adventliche Besinnlichkeit auf den Hosen von Brian Butler (links) und Colton Ray. Auf dem Feld dagegen ließen es die Elche krac
Adventliche Besinnlichkeit auf den Hosen von Brian Butler (links) und Colton Ray. Auf dem Feld dagegen ließen es die Elche krachen. (Foto: Hörger)
Pit Meier

Die Hosen der Spieler waren mit adventlichen Motiven geschmückt, süße Leckereien wurden an die Zuschauer verteilt, aber die Stimmung in der Brühlhalle war alles andere als besinnlich. Nach zwei schwachen Vorstellungen und den Niederlagen im Derby gegen die Ulmer Orange Academy und in Würzburg watschten die ProB-Basketballer der Scanplus-Baskets Elchingen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Leverkusen mit 96:64 ab und sorgten für Begeisterung bei den 650 Zuschauern. Der Elchinger Kapitän Brian Butler sagte hinterher: „Das waren wir unseren Fans schuldig. Wir haben sie im Derby sehr enttäuscht und hatten uns fest vorgenommen, diesmal mit viel mehr Intensität zu spielen.“

Intensität ist im Basketball gleichbedeutend mit Verteidigung. Wie energisch der ProB-Meister der Vorsaison in der Defensive hinlangte, zeigt die Tatsache, dass die Bayer Giants aus Leverkusen nicht einmal 30 Prozent ihrer Versuche aus dem Feld trafen. Die bis dahin beste Offensivmannschaft der Liga bekam fast ausschließlich schlechte bis unmögliche Würfe. Bei den Elchen dagegen steuerte jeder der elf eingesetzten Spieler Punkte bei und jeder schnappte sich mindestens einen Rebound. Gegen Edin Alispahic fand Leverkusen überhaupt kein Mittel. Der 2,08-Meter-Mann versenkte fünf seiner sieben Versuche von jenseits der Dreierlinie. Zudem gewann Elchingen das Reboundduell mit 50:44, obwohl Leverkusen mit Dennis Heinzmann einen 2,16 Meter langen und auch noch technisch versierten Spieler unter dem Korb hat. Bemerkenswert sind zudem die acht direkten Kornvorlagen des Elchinger Spielmachers Stefan Fekete.

Bereits nach fünf Minuten griff Pero Vucica zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, obwohl seine Mannschaft mit 8:3 führte. Der Elchinger Trainer wechselte die komplette Startformation aus, aber so etwas wie ein Bruch im Spiel der Elche war nicht einmal ansatzweise zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Nach fast acht Minuten standen für die Bayer Giants nur fünf magere Pünktchen auf der Anzeigetafel, über das 22:13 nach dem ersten Viertel erspielten sich die Elchinger einen 49:32-Vorsprung zur großen Pause. Der geriet anschließend nie mehr wirklich in Gefahr. Die Führung wuchs sogar auf mehr als 30 Punkte an und die Leverkusener Mannschaft um ihren prominenten Trainer Hansi Gnad fügte sich frühzeitig in ihr Schicksal. Der frühere Nationalcenter verbrachte das komplette letzte Viertel fast unbewegt auf seinem Stuhl sitzend. Dass seine Mannschaft nach diesem Ergebnis auch den direkten Vergleich abschreiben kann, das dürfte Gnad wissen.

Beste Elchinger Werfer gegen Leverkusen waren Vucica (19), Alispahic (18) und Ray (10). Das Rückrundenspiel in Leverkusen steigt bereits am Samstag, 8. Dezember, die medizinische Abteilung der Elche hat bis dahin gut zu tun. Marin Petric zog sich in der Brühlhalle schon in der ersten Halbzeit eine Platzwunde am Auge zu, Marko Jurica humpelte kurz vor Schluss vom Feld. Dafür gibt es Hoffnung, dass Marko Krstanovic nach einer hartnäckigen Viruserkrankung demnächst zurück kehrt.

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