Beimerstetten bekommt Umgehungsstraße

Lesedauer: 5 Min
 Der CDU-Landtagsabgeordneter Manuel Hagel, Beimerstettens Bürgermeister Andreas Haas, Regierungspräsident Klaus Tappeser und La
Der CDU-Landtagsabgeordneter Manuel Hagel, Beimerstettens Bürgermeister Andreas Haas, Regierungspräsident Klaus Tappeser und Landrat Heiner Scheffold im Gespräch. (Foto: Thomas Heckmann)
Thomas Heckmann

Auch wenn der Besuch des Tübinger Regierungspräsidenten Klaus Tappeser lange angekündigt war, so war der Inhalt für den Beimerstetter Bürgermeister und die anwesenden Gemeinderäte eine faustdicke Überraschung. Als erstes zog Tappeser die Planungsgenehmigung für den Neubau der Albrecht-Berblinger-Straße aus seiner Aktenmappe und überreichte sie an Landrat Heiner Scheffold. Danach verblüffte er den Beimerstetter Bürgermeister Andreas Hass so arg, dass der später nachfragte: „Ich möchte es wiederholen, damit ich es richtig verstanden habe.“

Seit über zehn Jahren kämpfen die Beimerstetter für eine Umgehungsstraße, um sich vom Lkw-Verkehr durch den Containerbahnhof im Ulmer Norden zu befreien. Dabei muss auch die Bahnlinie Ulm-Stuttgart am nördlichen Ortsrand unterquert werden. Am Freitag verkündete der Regierungspräsident, dass die angedachte finanzielle Beteiligung von rund einer Million Euro erlassen wird. Dieser Betrag war entstanden, weil die ursprüngliche Planung der Nordumgehung durch das Regierungspräsidium eine Überführung über die Bahnlinie vorsah.

Beimerstetten wehrte sich mit mehr als 1000 Unterschriften gegen diesen hohen Damm und forderte eine Unterführung, die das Regierungspräsidium zwar dann plante, aber gleichzeitig die Mehrkosten von der kleinen Gemeinde auf der Ulmer Alb erstattet haben wollte. Die Verkehrsbedeutung und auch das geschlossene Auftreten von Beimerstetten sowie den umliegenden Gemeinden führte zu einem Umdenken der Planer und Finanzierer.

Etwa 12 000 Fahrzeuge fahren derzeit täglich durch die Beimerstetter Ortsmitte. Ein Großteil davon – darunter auch viele der Lastwagen, die zum Containerbahnhof wollen – können künftig Beimerstetten umfahren und die Einwohner entlasten.

Der erste Schritt ist dabei die Albrecht-Berblinger-Straße, die an einem riesigen Kreisverkehr im Ulmer Norden beginnt und damit direkt mit dem Containerbahnhof und der Autobahnausfahrt Ulm-Nord verbunden ist. Parallel zur Bahn geht es von dort in Richtung Norden und dann schwenkt die Straße nach Westen an die Landesstraße Dornstadt-Beimerstetten. Dort entsteht ein Kreisverkehr. Die neue Straße entlastet zuerst einmal die Lerchenbergstraße in Dornstadt. Die knapp fünf Millionen Euro Baukosten werden zur Hälfte vom Land getragen, Dornstadt zahlt 840 000 Euro und Beimerstetten 360 000 Euro. Durch die am Freitag überreichte Baufreigabe kann nun in den kommenden Wochen die Ausschreibung der Bauarbeiten durchgeführt werden.

Fortgesetzt wird dann die neue Straßenanbindung durch die zukünftige Nordumfahrung, die sich von der bestehenden Landesstraße nach oben fortsetzt, die Bahn unterquert und nördlich des gerade entstehenden Gewerbegebietes am nördlichen Rand von Beimerstetten in die bestehende Landesstraße Beimerstetten-Weidenstetten mündet. Die Planung dafür soll nach den Worten des Regierungspräsidenten Ende 2020 fertig sein. Der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel (CDU), der Tappeser begleitete, will sich parallel im Landtag dafür einsetzen, dass im Doppelhaushalt 2022/2023 auch die notwendigen Gelder für den Bau eingestellt werden, damit die über elf Millionen Euro teure Umfahrung auch sofort nach Fertigstellung der Planung gebaut wird. Auch Hagel sieht die Bemühungen aller Beteiligten und die konstruktive Zusammenarbeit für die Nordumfahrung. Realistisch sei führ ihn ein Baubeginn im Jahr 2023.

Die guten Nachrichten aus Tübingen begeisterten Bürgermeister Haas: „Sie haben uns ein größeres Zukunftsproblem genommen, denn die Million brauchen wir jetzt nicht ausgeben.“ Die Verkehrs- und Lärmgutachten waren und sind bei den Beimerstetter Einwohnern nach der Meinung von Haas gut aufgearbeitet. Nun gehe es daran, auch die Wünsche zum Radwegenetz gemeinsam mit der Umgehungsstraße in einem Stück zu planen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen