B311 gesperrt: Droht zwischen Erbach und Ulm das Stau-Chaos?

Lesedauer: 12 Min
Zahlreiche Sperrungen im Donautal
Aufgrund verschiedener Baumaßnahmen kommt es im Ulmer Donautal dieses Jahr zu mehreren Sperrungen und Verkehrsbehinderungen. Dadurch soll der Verkehr in Zukunft dann besser fließen...
Thomas Heckmann

Die Deutsche Bahn und die Stadt Ulm haben alles versucht, um die Folgen so gering wie möglich zu halten, aber die Vollsperrung der B311 ab Freitagabend kann in und um das Donautal zu langen Staus führen.

Aufpassen müssen in der kommenden Woche nicht nur die in Ulm arbeitenden Menschen, sondern auch die Schüler, denn kommende Woche beginnen die Abschlussprüfungen an vielen Schulen.

Wegen der Elektrifizierung der Südbahn, der Bahnlinie von Ulm in Richtung Friedrichshafen, musste die Straßenbrücke der Benzstraße zwischen der B311 und dem Industriegebiet Donautal durch eine höher gelegte Brücke ersetzt werden. Nun passen die neuen Oberleitungen zwar unter der Brücke hindurch, aber die Bundesstraße ist im Bereich der Kreuzung fast einen halben Meter zu niedrig.

Im Dreischichtbetrieb wird umgebaut

Ab Freitagabend, 20 Uhr, wird die Bundesstraße voll gesperrt. Im Dreischichtbetrieb wird die Bundesstraße umgebaut. Nicht nur der bisherige Fahrbahnbelag muss entfernt werden, sondern auch der gesamte Unterbau. Bis zum Montagmorgen, 6. Mai, ist hier kein Durchkommen.

 Die Bauarbeiten im Gögglinger Wald sind bald abgeschlossen.
Die Bauarbeiten im Gögglinger Wald sind bald abgeschlossen. (Foto: Thomas Heckmann)

Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke führt von Erbach kommend durch das Industriegebiet: Von der B311 geht es in die Graf-Arco-Straße und weiter in die Dieselstraße und Daimlerstraße. Am Kuhbergring geht es dann über die Kreuzung wieder hinunter auf die Bundesstraße. Diese Umleitung gilt in beiden Fahrrichtungen und klingt einfach und unspektakulär.

Gerhard Fraidel, Abteilungsleiter Verkehrsinfrastruktur bei der Stadt Ulm, kennt aber die Tücken, die sich nicht abstellen lassen. An der Kreuzung Graf-Arco-Straße mit der Nicolaus-Otto-Straße muss das Linksabbiegen verboten werden, da sich dort die beiden Verkehrsströme der Umleitungsstrecke begegnen und das Abwarten des Gegenverkehrs zum Linksabbiegen zu langen Rückstaus führen würde. Auch darf man deswegen auf der Nicolaus-Otto-Straße die Graf-Arco-Straße nicht überqueren.

Der Verkehr von Erbach muss man dann von der Graf-Arco-Straße nach links in die Dieselstraße abbiegen. Damit das zügig gelingt, wird hier eine abknickende Vorfahrt eingerichtet. Warnleuchten aus Richtung Wieland sollen vor der neuen Gefahrenstelle warnen.

Am schwierigsten an der Ampel-Kreuzung der Daimlerstraße

Am schwierigsten wird es an der Ampel-Kreuzung der Daimlerstraße mit der Wiblinger Allee/Kuhbergring. Die Ampelschaltung wird verändert, um mehr Fahrzeuge auf der Umleitungsstrecke durchzulassen. Das lässt sich aber nicht endlos verändern, denn sonst bricht der Verkehr auf der Tangente zusammen. Ab Montagmorgen sind daher die Ampelfachleute der Stadt Ulm an der Kreuzung im Einsatz, um manuell das Optimum aus der Ampelsteuerung herauszuholen.

Da Gerhard Fraidel sich sicher ist, dass es trotzdem zu größeren Staus kommt, bittet er schon vorab gerade die Schüler, die kommende Woche Abschlussprüfungen haben, rechtzeitig aufzubrechen, damit sie ihre Prüfungen nicht verpassen. Auch die Linienbusse werden im Stau stehen und entsprechende Verspätungen drohen.

 Das Industriegebiet Donautal: In diesem Jahr stehen einige Baumaßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur an.
Das Industriegebiet Donautal: In diesem Jahr stehen einige Baumaßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur an. (Foto: Archiv / Alexander Kaya)

Eine gute Nachricht hat Fraidel aber trotz allem auch parat, denn es gibt eine Ausweichroute mehr. Die Vollsperrung der Laupheimer Straße durch den Gögglinger Wald kann statt Mitte Mai schon zum Wochenende aufgehoben werden. Das Bauunternehmen hat den verabredeten Bauzeitenplan wesentlich schneller umsetzen können, am Donnerstag und Freitag waren nur noch Restarbeiten zu erledigen, der Straßenmarkierer ist vorgefahren und auch die Leitplankenmonteure montieren die letzten Schutzeinrichtungen.

Ausweichstrecken überlastet

Von Erbach oder Einsingen über die B30 auszuweichen, ist nicht zu jeder Tageszeit ratsam, da das Staatliche Bauamt Krumbach zwei Brücken vor dem Dreieck Neu-Ulm saniert.

Für Pkw gibt es aber noch eine vorübergehende zusätzliche Einfahrt in das Donautal. An der Einsinger Kreuzung geht es rechts in die Ensostraße und nach wenigen Hundert Metern links über eine kleine Brücke in das Industriegebiet und weiter auf die Nicolaus-Otto-Straße. So lässt sich Magirus einfach erreichen und über die Ernst-Abbe-Straße und die Hans-Lorenser-Straße kommt man in Richtung B30 und Wiblingen.

Eine weitere Umfahrungsmöglichkeit gibt es von Erbach oder Einsingen über Eggingen und Harthausen in Richtung Söflingen und B28.

Eine kleine Sackgasse ließ sich bei aller Planung nicht vermeiden: Wer von Erbach kommend an der Abzweigung die Umleitung ins Donautal ignoriert und an den Sperrschildern vorbeifährt, landet in einer Sackgasse. Die Bundesstraße lässt sich hier nicht mit Absperrschranken versperren, da die Zufahrt zur Firma Oscorno frei bleiben muss.

Großbrände beschäftigen Feuerwehren in der Region
Großeinsätze für die Feuerwehren in der Region. In den frühen Morgenstunden ist es heute gleich zu zwei schweren Bränden gekommen. Gegen halb vier ist ein Feuer in dem Aalener Einkaufszentrum Kubus ausgebrochen. Wenige Stunden später ist eine Lagerhalle eines Entsorgungsbetriebs im Ulmer Donautal in Flammen aufgegangen.
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