Annette Schavan ist jetzt Ehrensenatorin der Ulmer Universität

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 Professor Michael Weber, Universitätspräsident, Ehrensenatorin Annette Schavan und Professor Karl Joachim Ebeling, Laudator und
Professor Michael Weber, Universitätspräsident, Ehrensenatorin Annette Schavan und Professor Karl Joachim Ebeling, Laudator und ehemaliger Präsident der Universität (v.l.). (Foto: Universität)
Schwäbische Zeitung

Eine der höchsten Auszeichnungen der Universität Ulm hat die ehemalige Bundesforschungsministerin und vormalige Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, verliehen bekommen. Für ihre Verdienste um die Weiterentwicklung sowie Profilbildung der Ulmer Uni und Wissenschaftsstadt wurde der ehemaligen Bundestagsabgeordneten und Bundesforschungsministerin die Würde einer Ehrensenatorin verliehen.

In seiner Laudatio erinnerte der ehemalige Ulmer Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling an laut Mitteilung der Uni „wegweisende Reformvorhaben in Schavans Zeit als Bundesministerin“ – von der High-Tech-Strategie über die Exzellenzinitiative bis zur Gründung der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Im Zuge dieser Initiative und basierend „auf der herausragenden Expertise Ulmer Forschender“ werde derzeit ein Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) an der Universität Ulm eingerichtet.

In Schavans Amtszeit als Bundesministerien fiel zudem die Gründung des Helmholtz-Instituts Ulm (HIU): Diese mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und weiteren Partnern betriebene Forschungseinrichtung schreibe die Erfolgsgeschichte der Ulmer Elektrochemie fort und sei Keimzelle des deutschlandweit einzigen Exzellenzclusters zur Batterieforschung.

Weiterhin habe sich Schavan in ihrem damaligen Bundestagswahlkreis Ulm für die Batterie-Pilotproduktionsanlage am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) stark gemacht, sie unterstützte den Ausbau der universitären Traumaforschung und befürwortete die Sanierung des Wissenschaftszentrums Schloss Reisensburg.

„Wir Ulmer freuen uns, dass wir mit Ihrer Unterstützung Großartiges und Wichtiges für die Ulmer Universität und die Wissenschaftsstadt schaffen und auf den Weg bringen konnten“, betonte Professor Ebeling.

Schavan bedankte sich für die „große Ehre“. In ihrem Impulsvortrag „Eine Stadt und die Wissenschaft“ hob sie hervor, dass die Universität Ulm und das Universitätsklinikum nicht nur eine Quelle für den heutigen und künftigen Wohlstand in Stadt und Region seien. Auch die Bürgergesellschaft profitiere, denn sie „erlebt in der Universität und in ihrer Wissenschaftsstadt gleichsam einen Prototypen für die Kreativität und den wissenschaftlichen Fortschritt“, so die Geehrte.

Universität und Wissenschaft hätten zudem als Labor für kulturelle Diversität eine Vorbildfunktion für die Stadt. Doch sie müssten alles daran setzen, dass im vermeintlichen Kampf um politische Korrektheit die Meinungs- und Debattenfreiheit nicht beschädigt werden.

„Eine Stadtgesellschaft braucht das, kann davon lernen, dass intellektuelle Verengungsgeschichten nicht gut sind“, meinte die ehemalige Bundesforschungsministerin. Die Mitglieder der Universität forderte sie auf, sich in der kommunalen Politik zu engagieren. Sie hingegen sei „nun lebenslang mit dieser Universität verbunden und aufgefordert, an ihrem Wohl und Wehe Anteil zu nehmen“, sagte Annette Schavan.

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