Anklage wegen Mordversuchs: Nebenbuhler mit Messer und Schlagstock attackiert

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 Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.
Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. (Foto: dpa / Uli Deck)
Michael Ruddigkeit

Sie sollen ihr Opfer verfolgt und in der Finninger Straße in Neu-Ulm in einen nächtlichen Hinterhalt gelockt haben. Dann verletzten sie den 44-Jährigen mit einem Messer und einem Schlagstock schwer, ehe sie flüchteten. Noch in der gleichen Nacht im Juli dieses Jahres wurden die Tatverdächtigen im Kreis Göppingen festgenommen. Sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Memmingen gegen die beiden Männer Anklage zur Großen Strafkammer am Landgericht Memmingen wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erhoben.

Die Anklagebehörde wirft den 40 und 51 Jahre alten Männern vor, den Tod des 44-Jährigen bei dem nächtlichen Überfall in Kauf genommen zu haben. Hintergrund der blutigen Attacke soll ein Eifersuchtsdrama gewesen sein. Die Ehefrau des älteren Angeschuldigten hatte sich von ihm getrennt. Das wollte der Mann, gegen den bereits ein Kontaktverbot verhängt worden war, jedoch nicht akzeptieren. Stattdessen beschloss er nach Überzeugung der Ermittler, dem neuen Freund seiner Frau eine Abreibung zu verpassen. Der 51-Jährige und der 40-Jährige sollen ihr Opfer mithilfe eines GPS-Trackers, den sie an dessen Auto geheftet hatten, in Neu-Ulm aufgespürt haben. In der Finninger Straße kam es zum Treffen. Die Situation eskalierte.

Ulmer versuchte noch, zu fliehen

Der 44-jährige Ulmer versuchte zwar noch, zu fliehen. Einer der beiden mutmaßlichen Täter soll ihm jedoch einen Reifen an seinem Auto zerstochen haben. Der Attackierte schrie um Hilfe und wollte wegrennen. Einer der Angeschuldigten sprühte ihm Pfefferspray ins Gesicht. Der 44-Jährige ging zu Boden und wurde dann Opfer brutaler Gewalt. Die beiden Angreifer sollen maskiert gewesen sein. Laut Anklage prügelten sie etwa 15 bis 20 Mal mit einem Schlagstock auf den Mann ein. Der ältere der beiden Angeschuldigten soll außerdem sieben Mal auf das Opfer eingestochen haben. Der Ulmer erlitt schwere Verletzungen, unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma, Schnitt- und Platzwunden, eine offene Nasenbeinfraktur und andere Brüche. Zeugen hörten den Tumult auf der Straße und alarmierten die Polizei. Die Täter flüchteten, erst zu Fuß, dann mit dem Auto.

Die alarmierten Beamten waren rasch da – die Polizeiinspektion Neu-Ulm befindet sich nicht weit vom Tatort entfernt. Die Bluttat ereignete sich in der Finninger Straße zwischen Reuttier Straße und Vorwerkstraße. Die Polizisten fanden einen schwer verletzten Mann am Boden liegen. Der 44-Jährige wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Am nächsten Tag war der Mann außer Lebensgefahr.

Polizei mit Hubschrauber im Einsatz

Eine sofort eingeleitete Fahndung, bei der mehrere Streifen der umliegenden Dienststellen sowie des Polizeireviers Ulm und ein Hubschrauber in Einsatz waren, führte schließlich in den Landkreis Göppingen. Dort stoppten die Polizisten zwei Männer, auf die die Täterbeschreibung passte. Gegen sie wurde Haftbefehl erlassen. „Die Beiden bestreiten die Tatbeteiligung“, sagte Jürgen Brinkmann, Vizepräsident des Landgerichts Memmingen, auf Anfrage unserer Redaktion. Ob und wann es zum Prozess kommt, ist noch unklar. Wie Brinkmann erläuterte, wurde über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung noch nicht entschieden.

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