Angeklagter entschuldigt sich nach Mordversuch mit Armbrust

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Deutsche Presse-Agentur

Nach dem Schuss mit einer Armbrust auf einen Nebenbuhler hat der mutmaßliche Schütze die Tat vor dem Landgericht Memmingen eingeräumt und sich bei dem Opfer entschuldigt. „Ich bin erschrocken darüber, dass es zur Eskalation gekommen ist. Ich schäme mich dafür zutiefst“, teilte der Angeklagte über seinen Anwalt beim Prozessauftakt am Dienstag mit. Dem 43-Jährigen wird versuchter Mord vorgeworfen.

Laut Anklage wollte der Mann seine Ex-Freundin zurückgewinnen und hat die Armbrust gekauft, um den neuen Partner zu töten. Der Angeklagte bestritt jedoch eine Eifersuchtstat. Er habe keinerlei Gräuel gegen den Lebensgefährten gehegt und die Armbrust nicht gekauft, um sie als Waffe einzusetzen. Vielmehr habe er sich spontan in eine Situation hineingesteigert.

Freund stand am offenen Fenster und rauchte

Der Angeklagte soll im September 2018 mit einer Armbrust die Wohnung seiner Ex-Freundin in Pfaffenhofen an der Roth (Landkreis Neu-Ulm) aufgesucht haben. Ihr neuer Freund stand am offenen Fenster und rauchte. Nach einem Wortwechsel soll der Angeklagte aus einer Distanz von etwa einem Meter einen 16 Zentimeter langen Leichtmetallbolzen in die Herzgegend des Opfers geschossen haben. Der Pfeil drang in die Brust des Mannes ein und durchtrennte einen Muskel.

Der Schütze floh mit seinem Auto vom Tatort und prallte gegen einen Baum. Die Anklage ging davon aus, dass er unter Alkohol und Medikamenteneinfluss stand.

Zum Prozessauftakt fühlte der Angeklagte sich sichtlich unwohl. Der Verteidiger gab an, dass sein Mandant in keiner guten psychischen Verfassung sei. Die Sitzung wurde bereits nach einer halben Stunde beendet. Das Verfahren sieht fünf weitere Fortsetzungstermine vor. Insgesamt sind 30 Zeugen geladen.

Mann mit Armbrust angeschossen
Ein Mann aus Pfaffenhofen an der Roth im Landkreis Neu-Ulm steht an seinem Fenster. Plötzlich wird er von einem Pfeil aus einer Armbrust getroffen. Kurz darauf passiert ein schwerer Verkehrsunfall im Landkreis Neu-Ulm. Im Kofferraum des Unfallautos liegt die Tatwaffe. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.
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