Am Sedelhof beginnt schon bald der Abriss

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Mit dem Abriss der ersten Gebäude in der Keltergasse (im Vordergrund) beginnen Ende September die Vorbereitungen für das neue In (Foto: nuz)

Jetzt wird Platz geschaffen für das neue Einkaufsviertel „Sedelhöfe“ hinter der Ulmer Fußgängerzone: Noch im September wird mit dem Abriss der ersten Gebäude auf dem 9000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Bahnhofstraße und Olgastraße sowie zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Mühlengasse begonnen. Das teilte die Stadt Ulm mit. Für das neben dem Citybahnhof wichtigste städtebauliche Projekt der nächsten Jahre müssen zunächst Gebäude in der Keltergasse und Am Heigeleshof weichen. Nächstes Jahr werden dann in mehreren Abschnitten die weiteren Gebäude auf dem Baufeld abgerissen.

Die Sedelhofgarage wird erst Mitte Januar 2013 geschlossen, damit während des Weihnachtsgeschäfts noch genügend Parkplätze fürs Einkaufspublikum vorhanden sind. Einen kurzfristigen Ersatz für die 500 wegfallenden Stellplätze wird es nicht geben (wir berichteten). Die Stadt ist aber seit Längerem mit Vertretern des Einzelhandels und der Ulmer City Marketing im Gespräch.

Um die Situation zu entschärfen, ist beispielsweise geplant, das derzeitige Park-and-ride-Angebot in der Stadt zu verbessern. Am Bahnhofsvorplatz entsteht außerdem ein neues städtisches Parkhaus mit 700 Plätzen. Da dieses aber erst im Zuge des Großprojekts Citybahnhof gebaut wird, müssen sich Autofahrer auf einen mehrjährigen Engpass bei den innerstädtischen Stellplätzen einstellen.

Doch die Geduld, die vielen Beteiligten an dieser Stelle abverlangt wird, soll sich lohnen. Die lange Jahre vernachlässigte nordwestliche Altstadt von Ulm soll bis 2016 ein komplett neues Gesicht bekommen. Die Sedelhöfe werden künftig das neue Eingangstor zur Innenstadt bilden. In 1a-Lage gegenüber dem Hauptbahnhof entsteht ein neues Quartier mit Geschäften, Wohnungen, Büros und Gastronomie, öffentlichen Räumen und Gassen. Die Verkaufsfläche soll 18 000 Quadratmeter betragen. Zum Vergleich: Das Blautalcenter verfügt über 37 500 Quadratmeter.

Der Vergabe-Entscheidung des Ulmer Gemeinderats im April war ein europaweiter Wettbewerb vorangegangen, aus dem die Firma MAB Development Deutschland und das Berliner Architekturbüro Grüntuch als Sieger hervor gingen. MAB entwickelt und baut europaweit Projekte in Stadtzentren. Die Firma ist eine Tochter der Rabo Real Estate Group, die zur niederländischen Rabobank gehört. Die Sedelhöfe seien nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum bestehenden City-Einzelhandel zu sehen, betont das Unternehmen. Das Investitionsvolumen für das Projekt beläuft sich auf 130 Millionen Euro.

Wenn die Gebäude auf dem Sedelhof-Gelände abgerissen sind, wird nach heutigem Zeitplan Ende 2013 mit dem Rückbau der Untergeschosse insbesondere der Tiefgarage und mit dem Aushub der Baugrube für die Neubauten begonnen. Die Hochbauarbeiten beginnen voraussichtlich Anfang 2014.

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