Alina Reh will bei EM in Berlin unter die Top 5

Lesedauer: 5 Min
Alina Reh (Zweite von links) hat den Sprung nach Berlin geschafft – im Kreise ihrer Club-Kollegen des SSV Ulm 1846.
Alina Reh (Zweite von links) hat den Sprung nach Berlin geschafft – im Kreise ihrer Club-Kollegen des SSV Ulm 1846. (Foto: Regio TV)

Ein Beitrag darüber lief auch im Journal von Regio TV Schwaben. Das Video gibt es unter

www.schwäbische.de/leichtathletik-ssv-ulm

Es waren unruhige, ungeduldige Monate für Alina Reh. Wochen voller Hoffen und Bangen. Manchmal hätten ihre Eltern sie am liebsten in die Wüste geschickt, sagt sie lächelnd. Aber selbst in der Atacama oder in der Gobi wäre die 21-Jährige wohl einfach weitergelaufen, hätte weitergezittert und gekämpft und Zeter und Mordio geschrien, um ihren Traum von der Heim-EM noch zu verwirklichen.

Am Donnerstag saß die Laichingerin dann im Kreise ihrer Clubkollegen Arthur Abele, Mathias Brugger und Stefanie Dauber. Der SSV Ulm 1846 hatte zu einer Medienkonferenz in der Ulmer Sparkasse gebeten, denn seit Mittwoch ist endgültig klar: Alle Vier fahren nach Berlin. Ein Rekord für den Club, und wohl ein Segen für Alina Reh und ihre Eltern.

Neben Klosterhalfen das größte Lauftalent des Landes

Das neben Konstanze Klosterhalfen größte Lauftalent des Landes dürfte nach ihrem Ermüdungsbruch im rechten Wadenbein, der andere Sportler zur Kapitulation gebracht hätte, neben Senkrechtstarterin Dauber (siehe überregionaler Sport) die glücklichste deutsche Athletin überhaupt sein in der Hauptstadt. Die 21-Jährige hat sich durchgekämpft durch die schwerste Verletzung in ihrer bisherigen Karriere, die sie sich Mitte April beim Training in Kempten zugezogen hatte – auch dank einer Orthese, viel Know-How und noch mehr Zuspruch, die ihr Trainer Jürgen Austin-Kerl, ein ehemaliger Marathlonläufer, schenkten.

Sechs Wochen lang bis Ende Mai musste Reh zwangspausieren, machte Aquajogging bis zum Exzess – und nur vier Wochen nach ihrem Comeback hatte sie bereits ihr Ziel erreicht. 32:17,17 Minuten brauchte sie bei ihrem Sieg in Regensburg für die 10 000 Meter, 40 Sekunden schneller als die Norm, in ihrem ersten Bahnrennen über diese Distanz. Bei der deutschen Meisterschaft am Wochenende in Nürnberg ließ sie die Norm über 5000 Meter folgen. Auch dort könnte Reh in Berlin starten, wird sie aber nicht. „Am liebsten wäre ich die ganze Zeit auf der Bahn und im Stadion, aber ein Doppelstart wäre nicht sinnvoll gewesen. Das bedeutet nicht, dass ich jetzt immer längere Strecken laufe und in zwei Jahren dann Marathon. Die 5000 bleiben meine Hauptstrecke, aber ich glaube, in Berlin habe ich über die 10 000 die besten Chancen.“

Sechste in der Europa-Rangliste

Sechste in der Europa-Rangliste ist Reh derzeit, aber sie weiß, da ist noch Luft nach oben. Unter 32 Minuten will sie im Olympiastadion laufen – und unter die Top 5 Europas. „Es sollte schon mein Anspruch sein, bei einer EM um Medaillen zu laufen, sonst brauchst du bei einer WM als europäischer Läufer ja gar nicht erst antreten“, findet sie. Wie ehrgeizig sie ist, zeigt ihr Fazit von Nürnberg: „Ich lag 4700 Meter lang vorne, dass ich am Ende einkassiert wurde, hat mich schon gefuchst.“

Auch in Berlin will Alina Reh im Zweifel von vorne laufen, in jedem Fall aber: Spaß haben. 45 Minuten nach ihrem Finale am Mittwoch, 8. August, werden Abele und Brugger ihre finalen 1500 Meter in Angriff nehmen. Reh versprach, die beiden so laut anzufeuern wie nur möglich: „Am liebsten würde ich auch Mehrkampf machen wie die beiden – dann wäre ich gleich zwei Tage lang im Stadion.“ Vielleicht reichen ihr auch 31 Minuten plus x fürs große Glück.

Ein Beitrag darüber lief auch im Journal von Regio TV Schwaben. Das Video gibt es unter

www.schwäbische.de/leichtathletik-ssv-ulm

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen