Aktionen statt Streiken: Wie Schüler in der Region mal anders für das Klima einstehen

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 Alexandra Koppold, Petra Lindner, Kerstin Baier, Bettina Wieland, Antje Czychy, Jasmin Böttger und Elisabeth Holand packen geme
Alexandra Koppold, Petra Lindner, Kerstin Baier, Bettina Wieland, Antje Czychy, Jasmin Böttger und Elisabeth Holand packen gemeinsam an. (Foto: Andreas Brücken)
Andreas Brücken

Nicht erst seit Greta Thunberg als Umweltaktivistin durch ihren Schulstreik auf den Klimawandel aufmerksam gemacht hat, ist dieses Thema in aller Munde. Auch im Landkreis folgen regelmäßig Schüler Thunbergs Vorbild und bleiben dem Unterricht unter dem Motto „Fridays for Future“ fern.

Um nicht als Schulschwänzer Ärger zu bekommen, sollten Schüler bei der Schulleitung eine Befreiung für den Unterricht einholen, sagt Schulrätin Elisabeth Holand. Dann würde individuell entschieden, ob die Schüler „streiken“ dürften.

Ganz ohne Schwierigkeit und mit Zustimmung der Pädagogen werden am heutigen Freitag Grund- und Mittelschüler unter dem Titel „Unsere Welt – die Zukunft bist du“ für den Klimaschutz die Schulbücher geschlossen lassen: „Aufgrund der Nachfragen von Schülern und Lehrkräften gründete sich diese Projektgruppe“, berichtet die Schulrätin.

Aktiv und nachhaltig für Klimaschutz einsetzen

Die Beteiligten sollen sich dabei aktiv, nachhaltig und produktiv für Klima- und Umweltschutz einsetzen. Rund 80 Prozent der Grund- und Mittelschulen im Landkreis wollen sich mit Aktionen daran beteiligen. So ergreifen in Illertissen die Achtklässler der Erhard-Vöhlin-Mittelschule das Wort für die Erde.

Klassenleiterin Jasmin Böttger verrät schon so viel: „Was würde die Erde posten, wenn sie ein Instagram-Profil hätte?“ Die jungen Leute sollen sich mit dem Projekt als Partner der Erde verstehen, erklärt Böttger. An der Bischof-Ulrich-Grundschule stellt jede Jahrgangsstufe vor, womit die Schüler selbst Klimaschutz betreiben können.

Die Schüler der Mittelschule in Buch gehen ins Moor, um das Mähgut von Streuwiesen zu rechen und entfernen. Die Schüler arbeiten im Obenhausener Ried, eines der letzten „leidlich gut erhaltenen Niedermoore im Landkreis“, wie der Landesbund für Vogelschutz schreibt. Ergänzt wird die Aktion durch einen Vortrag über die ökologischen Hintergründe und Ziele.

Die Buben und Mädchen der Grundschule Weißenhorn verlegen den Unterricht in den Wald, um die Natur bewusst zu erleben. Als kulinarische Lektion erhalten die Schüler im Anschluss eine Gemüsesuppe aus dem schuleigenen Garten. An der Grundschule Nord in Weißenhorn wird ein Tauschregal eingeweiht, auf dem Bücher und Spiele ihren Besitzer unkompliziert wechseln können.

Müll einsammeln und ohne Auto zur Schule

Die Schüler in Nersingen und Oberfahlheim werden rund um das Schulhaus Müll einsammeln und einen Elternbrief mit dem Titel „Ohne Auto zur Schule“ verfassen. An der Grundschule in Gerlenhofen werden die Kinder auf einen Acker gehen, um Kartoffeln zu klauben.

Die Seminarrektorin Petra Lindner sieht das Projekt nicht als Streik, sondern vielmehr als eine konsequente Umsetzung des Lehrplans, nachdem Schüler verantwortungsbewusst an Entscheidungen teilhaben sollen. Doch der Aktionstag soll kein einmaliges Ereignis bleiben, wie Schulrätin Elisabeth Holand betont: „Das ist der Anfang eines Weges, den Pädagogen, Schüler und die Institution Schule insgesamt nun bewusst beschreiten werden.“

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