Ablenkung ist gefährlich: Ulmer Polizei zieht nach Kontrollaktion Bilanz

Lesedauer: 7 Min

 Ein Polizist hält eine Polizeikelle mit der Aufschrift „Halt Polizei“ in der Hand.
Ein Polizist hält eine Polizeikelle mit der Aufschrift „Halt Polizei“ in der Hand. (Foto: dpa / Marius Becker)
Schwäbische Zeitung

Die Polizei hat bei ihrer Verkehrskontrollaktion am Donnerstag im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ulm (Stadt Ulm sowie die Landkreise Alb-Donau, Biberach, Göppingen und Heidenheim) insgesamt 31000 Auto- und LKW-Fahrer sowie 600 Radfahrer gestoppt.

Dabei stellten die Beamten nach eigenen Angaben 167 Verstöße wegen verbotswidriger Nutzung von Mobiltelefonen fest. 382 Verkehrsteilnehmer hatten demnach ihren Sicherheitsgurt nicht angelegt. Die Polizei warnt: „Ablenkung ist gefährlich.“ Intensiv habe sie deshalb in der Region kontrolliert – ein Überblick:

Im Stadtgebiet Ulm und dem Alb-Donau-Kreis stoppten die Beamten fast 6000 PKW und LKW und ungefähr 70 Radfahrer. Elf Radfahrer verwarnten die Beamten, weil sie ein Mobilfunkgerät während der Fahrt benutzten. Auch 28 Autofahrer erhielten eine Anzeige, weil sie während der Fahrt ihr Mobilfunkgerät nutzten. Weil sie ihren Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten, erwartet 100 Verkehrsteilnehmer eine Verwarnung.

Im Landkreis Biberach stoppte die Polizei fast 8000 Verkehrsteilnehmer, darunter ungefähr 200 Radfahrer. Auf 25 Fahrer eines Autos oder LKW kommen Anzeigen zu, weil sie während der Fahrt ein Smartphone benutzt haben. 89 waren ohne Sicherheitsgurt unterwegs.

Polizeikontrollen in ganz Deutschland
Bei dem bundesweiten Aktionstag wurde vor allem auf die Nutzung elektronischer Geräte am Steuer geschaut.

Im Landkreis Göppingen kontrollierten die Beamten fast 10 000 Verkehrsteilnehmer. Darunter ungefähr 100 Zweiradfahrer. 73 Fahrer von Autos oder LKW hatten während der Fahrt ihr Smartphone benutzt und erhalten deshalb eine Anzeige. 127 Fahrer hatten ihren Sicherheitsgurt nicht angelegt.

Im Landkreis Heidenheim beanstandete die Polizei 18 Fahrer von Autos und LKW, weil sie während der Fahrt ihr Smartphone benutzten. 58 Verkehrsteilnehmer waren ohne Sicherheitsgurt unterwegs. Kontrolliert hatten die Beamten fast 6000 PKW und LKW und ungefähr 200 Radfahrer.

Auch auf den Autobahnen des Polizeipräsidiums Ulm kontrollierte die Polizei. Sie stoppte ungefähr 500 Auto- und LKW-Fahrer. Zwölf von ihnen hatten ein Handy während der Fahrt benutzt. Acht wurden verwarnt, weil sie ihren Gut nicht angelegt hatten.

Deutschlandweite Verkehrssicherheitsaktion

Das Thema Ablenkung habe laut Mitteilung im Mittelpunkt der Verkehrskontrollen der Ulmer Polizei gestanden. Bei dieser ersten deutschlandweiten Verkehrssicherheitsaktion beteiligte sich das Polizeipräsidium Ulm den ganzen Tag. Dabei seien die Beamten aber nicht nur auf der Suche nach Verstößen gewesen, heißt es weiter.

Viele Handysünder bei Kontrollaktion erwischt
Beim bundesweiten Kontrolltag „sicher.mobil.leben“ haben die Polizeipräsidien Ulm, Neu-Ulm und Aalen unzählige Verkehrsverstöße festgestellt. Die Ulmer Polizei führte insgesamt 31.000 Kontrollen an diesem Tag durch.

Sie hätten mit dieser Aktion auch Präventionsarbeit geleistet. Denn die Beamten hätten nicht nur das Thema „Handy“ im Blick gehabt, sie kontrollierten die Verkehrsteilnehmer sowie deren Fahrzeuge auch auf Verkehrstüchtigkeit, Verkehrssicherheit und ahndeten andere Verstöße.

Handysünder erwarten höhere Stafen

Seit Herbst vorigen Jahres müssen nach Angaben der Polizei Handysünder am Steuer deutlich mehr Bußgeld berappen: Statt 60 Euro und einem Punkt erwarten sie nun 100 Euro und ein Punkt in Flensburg. Auch Radfahrer sind nicht frei von Strafe: Sie müssen statt 25 Euro inzwischen 55 Euro Strafe zahlen.

Wie die Polizei berichtet, beobachteten die Beamten, dass sich sehr viele Verkehrsteilnehmer durch die nicht verbotswidrige Bedienung von Navigationsgeräten ablenken ließen. Auch das Tragen von Kopfhörern sowohl bei Fahrradfahrern als auch bei Fußgängern spiele hinsichtlich der Ablenkung im Straßenverkehr eine immer größere Rolle. Deshalb klärte die Polizei in Gesprächen über die unterschätzten Risiken auf.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen