83-Jährige verliert ihr Vermögen an falsche Polizeibeamte

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Falsche Polizeibeamte ergaunern 130000 Euro
Falsche Polizeibeamte ergaunern 130000 Euro (Foto: dpa / Martin Gerten)
Schwäbische Zeitung

Trotz der einschlägigen Warnmeldungen der Polizei in den Medien finden die Betrüger mit der Masche „Falsche Polizeibeamte“ immer wieder ihre Opfer. So ging es einer 83-jährigen Seniorin aus dem nördlichen Landkreis Günzburg, die Anfang März einen Anruf erhielt. Sie verlor nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West insgesamt 130 000 Euro.

Ein angeblicher LKA-Beamter erzählte ihr die altbekannte Geschichte von einer Einbrecherbande, bei denen man Namen und Adresse der Seniorin gefunden hätte. Es wurde ein Szenario aufgebaut, dass auch bei ihr unmittelbar ein Einbruch bevorstünde.

Vermögen der Dame abgefragt

Geschickt wurden Auskünfte über das Vermögen der Dame erfragt, die sie wahrheitsgemäß beantwortete. Nachdem der Anrufer das Vertrauen seines Opfers erschlichen hatte, erklärte er, dass ihre Wertsachen zu Hause nicht mehr sicher wären. Er bot an, sich um deren Sicherung zu kümmern.

Geld in einer Papiertonne ablegen

Dazu forderte er sie auf, den Schmuck im Wert von 35 000 Euro in einer Papiertonne vor dem Haus abzulegen. Mögliche Bedenken zerstreute er mit dem Hinweis, dass diese Vorgehensweise die einzige Möglichkeit wäre, das Vermögen zu sichern, ohne mögliche Mittäter zu warnen, die es ja noch zu fassen gilt.

Eine 80-Jährige Frau aus Aalen hat bereits zehntausende Euro an Betrüger verloren. Im jüngsten Fall ist die Seniorin auf ein vermeintliches Schreiben von einer deutschen Steuerbehörde reingefallen.

Die alte Dame hegte keinen Zweifel an der Seriosität des angeblichen Polizisten, zumal er ja auch unter der Telefonnummer 110 mit der örtlichen Vorwahl anrief. Sie tat wie ihr aufgetragen und legte den Schmuck in der Tonne ab.

Telefonate über zwei Wochen hinweg

Kurze Zeit später meldete sich der Anrufer erneut und gab an, dass auch Bankmitarbeiter Mitglieder der Diebesbande wären. In vielen Telefonaten, die sich über zwei Wochen hinzogen, überzeugte er die Seniorin, ihr gesamtes Vermögen in Höhe von 130 000 Euro bei mehreren Gelegenheiten bei der Bank abzuheben und in der Papiertonne abzulegen.

Erst nachdem das letzte Paket mit 50 000 Euro aus der Papiertonne abgeholt worden war und sich der freundliche angebliche Polizist nicht mehr meldete, schöpfte die Seniorin Verdacht. Vor wenigen Tagen fragte sie bei der örtlichen Polizei nach ihrem Geld. Hier erfuhr sie, dass sie einem dreisten Betrug aufgesessen war.

Mittelweile hat die Kriminalpolizei Neu-Ulm die weiteren Ermittlungen übernommen.

Heute starte wieder die Kampagne "Hier spricht die echte Polizei!".
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