8000 Kilo schwer, fünf Meter hoch: Erste Bioreaktoren bei Teva eingetroffen

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 Die Ratiopharm-Mutter Teva meldet Fortschritte bei der 500-Millionen-Euro-Investition.
Die Ratiopharm-Mutter Teva meldet Fortschritte bei der 500-Millionen-Euro-Investition. (Foto: Teva)
Oliver Helmstädter

Die ersten Bioreaktoren für die neue Biotechanlage im Donautal wurden nach Angaben von Teva angeliefert. Aufgrund ihrer Größe – einige sind knapp 8000 Kilogramm schwer und über fünf Meter hoch – wurden sie mit einem Spezialkran am Neubau entlang hochgezogen und dann in das Gebäude eingebracht.

Bioreaktoren – auch Fermenter genannt – sind das Herzstück der biotechnologischen Wirkstoffherstellung. Die Technik der Bioreaktoren ist nach Teva-Angaben sehr komplex und hat sich in den vergangenen zehn Jahren enorm weiterentwickelt. „Insbesondere in Bezug auf den hohen Grad an Automatisierung entsprechen unsere neuen Bioreaktoren dem derzeit weltweit geltenden Stand der Technik“, wird Dr. Hermann Allgaier, Geschäftsführer Teva Biotech, in einer Pressemitteilung zitiert.

Die neue Anlage ermögliche die Produktion in einem viel größeren Maßstab – etwa 100 Mal so groß wie die derzeitige Produktion in der Teva Biotech – welche mit einer deutlichen Steigerung der Medikamentenmengen einhergeht.

Neue Biotechanlage stellt revolutionären Fortschritt dar

Das Volumen der ersten Bioreaktoren für die neue Anlage beträgt 15.000 Liter, sie erreichen im gefüllten Zustand ein Gewicht von über 33.000 Kilogramm. Damit stelle die am Standort Ulm entstehende neue Biotechanlage der Teva einen revolutionären Fortschritt gegenüber der bisherigen dar, sowohl was das bauliche Ausmaß als auch das produzierte Volumen anbelangt.

Der Rohbau des neuen Biotechgebäudes mit insgesamt neun Geschossen ist nach Teva-Angaben inzwischen fertig gestellt und das Dach aufgesetzt. Als nächster Schritt sei für 2020 die mechanische Fertigstellung, das heißt der Abschluss aller Installationen und die Übergabe zur Inbetriebnahme vorgesehen.

Dem deutschen Standort der Teva kommt damit eine wichtige strategische Rolle für die Zukunft des Unternehmens zu

Kåre Schultz, Teva-Boss

Die Bau der Biotechanlage gilt als eine der größten Investitionen der Stadtgeschichte: 500 Millionen Euro steckt der israelische Konzern wie berichtet in den Bau. Mit dem neuen Biotech-Center wird Ulm zur globalen Zentrale des Weltkonzerns in Sachen Biotech. „Dem deutschen Standort der Teva kommt damit eine wichtige strategische Rolle für die Zukunft des Unternehmens zu“, sagte Kåre Schultz, der Teva-Boss bei seinem Besuch vor einiger Zeit in Ulm.

Die Ratiopharm-Mutter häufte Schulden an und steht gehörig unter Zugzwang. Schultz muss den israelischen Pharma-Konzern wieder fit für die Zukunft machen, wobei Ulm dabei eine wichtige Rolle zu. Analysten rechnen laut dem Portal „Der Aktionär“ mit einer Nettoverschuldung von rund 26 Milliarden Dollar. Der Börsenwert von Teva belaufe sich jedoch gerade einmal auf etwa 10,4 Milliarden Dollar.

Ein weiteres Problem lauert in den USA: Die Staatsanwaltschaft erhob unter anderem Anklage gegen Teva aufgrund illegaler Preisabsprachen. Teva wies laut Deutscher Presse Agentur die Vorwürfe zurück. Die Firma sei in keinerlei Aktivitäten verstrickt, die in eine zivil- oder strafrechtliche Verfolgung münden könnten. Eine milliardenschwere Strafe ist dennoch nicht aus der Welt.

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