600 Menschen demonstrieren gegen Fremdenhass

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600 Teilnehmer beteiligten sich am Freitag an der Demonstration in Ulm.
600 Teilnehmer beteiligten sich am Freitag an der Demonstration in Ulm. (Foto: Ralf Zwiebler)
Schwäbische Zeitung
Deutsche Presse-Agentur

Hunderte Menschen haben am Freitag in Ulm an einer Demonstration gegen Rechts teilgenommen. Anlass waren die Vorfälle in Chemnitz, wie ein Polizeisprecher sagte. Demnach war die Demo unter dem Titel „Chemnitz ist überall — Fight fascism“ angemeldet. Neben einer Kundgebung habe es auch einen Demonstrationszug durch Ulm gegeben. Zunächst blieb es den Angaben zufolge friedlich.

Die Linken-Politikerin Eva-Maria Glathe-Braun hatte mit Vertretern der Linksjugend Solid Ulm die Demonstration organisiert. Die Linke Ulm/Alb-Donau sei entsetzt über die Hakenkreuzschmiererei und die AfD-Parolen im Ulmer Münster, sagte Glathe-Braun. Es sei nicht hinnehmbar, dass ein Ort, der wie kein anderer die für die Stadt Ulm und ihre Bürger steht, ein religiöser Ort des Friedens mit dem Symbol, das für den Mord an Millionen Menschen und für Hass steht besudelt wird. Die sei ein Alarmsignal für die Ulmer Stadtgesellschaft.

Autonome Gruppe verbreitet Aufruf

Eine autonome Gruppe hatte den Aufruf zur Demo zuvor auf ihrer Internetseite veröffentlicht. „Den tödlichen Messerangriff auf einen Menschen in Chemnitz und die Instrumentalisierung seines Todes durch Rechte verurteilen wir aufs Schärfste“, hieß es. „Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit nehmen rasant zu. Dies ist eine höchst gefährliche Entwicklung. Es ist Zeit, gemeinsam Widerstand zu leisten.“ Auch in den vergangenen Tagen hatte es in Baden-Württemberg Demos gegen Rechts gegeben — darunter in Stuttgart und in Freiburg.

Auslöser der Vorfälle in Chemnitz war eine tödliche Messerattacke auf einen 35-jährigen Deutschen Ende August. Zwei Verdächtige, die als Asylbewerber nach Sachsen gekommen waren, sitzen wegen Verdachts des gemeinschaftlichen Totschlags in Untersuchungshaft. An einigen Protestveranstaltungen waren auch Rechtsextremisten beteiligt. Es kam zu Übergriffen auf Polizisten, Journalisten und Ausländer.

Hakenkreuze im Ulmer Münster
Das Hakenkreuz – ein Zeichen des Nationalsozialismus. In Deutschland ist die Verwendung dieses Zeichens verboten. Und das aus gutem Grund.
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