15 000 Zuschauer verfolgen den „Ulmsprung“

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Ein freundlicher Hästräger beschenkt dieses Kind auf Papas Arm beim Ulmer Narrensprung mit einem Lutscher.
Ein freundlicher Hästräger beschenkt dieses Kind auf Papas Arm beim Ulmer Narrensprung mit einem Lutscher. (Foto: Scherwinski)
Schwäbische Zeitung

Hexen, Geister, Wassermänner und Co. – in der Münsterstadt haben am Wochenende die Narren das Zepter zumindest in der Innenstadt übernommen. Beim großen Umzug der Narrenzunft Ulm, traditionell am dritten Sonntag vor der Fasnetswoche, zogen am Sonntag über 4500 Hästräger aus der Region, aber auch aus dem benachbarten Ausland durch die Gassen der Stadt an der Donau.

So waren Gruppen teilweise aus Österreich, Liechtenstein und der Schweiz angereist. Begleitet von Narrenrufen wie „Zong – raus!“, „Übr dr Gosch – hogget dr Frosch“ und „Zelli, Zella, Zello“, zogen die Hästräger durch die Straßen. Vorbei an circa 15 000 Zuschauern ging es für die rund 100 Gruppen durch die Gassen der Altstadt rund ums Münster. Der 1,5 Kilometer lange „Ulmzug“ aus Narrenzünften, Faschingsgilden und Musikgruppen startete pünktlich um 13.13 Uhr hinter dem Münster, wo bereits Hunderte Zuschauer ungeduldig am Straßenrand warteten.

Vom Startpunkt am Judenhof bahnte sich der Zug seinen Weg bis zum Kornhaus. Weiter ging es durch die Herrenkellergasse, zur Platzgasse bis hin zum Münsterplatz, wo im aufgebauten Narrenzelt die Fasnachter bereits seit den Morgenstunden für gute Stimmung sorgten. Da machte es auch nichts, dass gegen Mittag ein unangenehmer Wind aufzog, der besonders am Münsterplatz dem einen oder anderen fröstelnden Besucher durch Mark und Bein zog.

Besser hatten es da Julia und ihre Freundin Janine, die sich in den windstilleren Ecken um das Kornhaus ein Plätzchen zum Zuschauen suchten. Zusammen mit ihren Mamas machen sie es sich ganz vorne in der ersten Reihe gemütlich. Von da aus haben die beiden Dreijährigen den besten Blick – und die beste Chance, sich Süßigkeiten einzufangen. „Ich habe zwei Beutel dabei“, erklärt Janine in ihrem Feenkostüm.

Für sie und ihre Mama Sandra Manz, ehemaliges Mitglied der Narrenzunft Illertaler Wasserbätscher, ist die Fasnet ein Pflichttermin. Ähnlich geht es auch den beiden Freundinnen Meike und Kristina, die ein paar Hundert Meter weiter am Straßenrand stehen. Beide haben weiß-rosa Hasenohren auf dem Kopf, auf die Wange ist ein rosafarbenes Herz gemalt. „Ich finde das hier ganz toll“, ruft Meike, „ich bin in Hamburg aufgewachsen und da gibt es so etwas gar nicht“, sagt die 26-Jährige. „Besonders die Masken sind klasse.“

Höll- und Feuerteufel sind dabei

Und davon gab es reichlich zu bestaunen: Die Höllteufel Alttann mit ihren schwarz-roten Teufelsmaskenbeispielsweise, die schwarzen und weißen Wolfspelze der Narrenzunft Burgrieden, die furchterregenden Feuerteufel aus Gerhausen oder die Hinterhau Geister aus Heroldstatt. Den Schluss des Narrensprungs bildeten wie immer die Maskengruppen der gastgebenden Ulmer Zunft mit ihrem kurzen Schlachtruf „Zong raus!“.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei - doch bis dahin ist auch in Ulm noch eine Menge Fasnet geboten. Einen Überblick über die Veranstaltungen gibt es unter:

www.narrenzunft-ulm.de

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