1000 neue Arbeitsplätze sollen in 2019 entstehen

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 Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie sind zufrieden.
Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie sind zufrieden. (Foto: dpa / Robert Schlesinger)
Oliver Helmstädter

Brexit, Handelsstreitereien und einer europaweiten Rechtspopulismus-Welle zum Trotz: Die Stimmung der regionalen Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie ist auch im laufenden Jahr okay. „Nicht euphorisch. Aber gut“, sagte Mario Trunzer, Geschäftsführer bei Liebherr in Ehingen und Vorsitzender der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm bei der Jahrespressekonferenz.

Vergangenes Jahr war die Stimmung noch besser: In den 131 Elektro-Betrieben der Region mit 57.662 Beschäftigten verzeichnete der Arbeitgeberverband Südwestmetall ein Umsatzwachstum von satten 10,1 Prozent, wie es in der jährlichen Wirtschaftsumfrage heißt. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg um 3,9 Prozent.

Die Zahl der Zeitarbeiter und befristeten Beschäftigten ist ebenfalls gestiegen, weil die Firmen vorsichtshalber für Puffer sorgen, um auf konjunkturelle Schwankungen vorbereitet zu sein“, sagte Trunzer. Der Anstieg der Leiharbeit und der Befristungen habe die Stammbelegschaft aber nicht verdrängt. Vielmehr sei die Stammbelegschaft um 900 Personen gewachsen.

Auch im laufenden Jahr will die regionale Metall- und Elektroindustrie einstellen. Zwar nicht ganz so viel. Doch den 16 Prozent der Firmen, die planen, Arbeitsplätze abzubauen, stünden 38 Prozent gegenüber, die zusätzliches Personal suchen würden. 1000 neue Jobs würden so 2019 entstehen. Problem bereite weiterhin der Fachkräftemangel, auch wenn die Lage bei den offenen Stellen nicht mehr so angespannt ist, wie noch 2018. Die Zahl der offenen Stellen bleibe aber weiterhin auf hohem Niveau: Gesucht würden 328 Ingenieure und 298 Facharbeiter.

Erstaunlich: Obwohl das laufenden Jahr verspricht gar nicht so schlecht zu werden, soll es kommendes Jahr schon wieder aufwärts gehen. „2020 schätzen die Firmen wieder positiver ein“, sagte Stefan Halder, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Halder in Achstetten und regionaler Südwestmetall-Vize. Über die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Firmen rechne für 2020 mit einer Auftragssteigerung.

Die Gründe? „Es hat viel mit Stimmungen zu tun“, sagte Trunzer. Und offenbar rechnen die Firmen damit, dass etwa die Brexit-Unsicherheit Klarheit gewichen ist und von US-Präsident Donald Trump ausgelöste Handelskriege beendet sind. Eine mögliche Ablösung von Trump kommt allerdings erst bei den Wahlen im November 2020 in Frage.

Dreiviertel der Unternehmen bilden auch im nächsten Jahr wieder gleich viel aus. 20 Prozent wollen ihr Ausbildungsengagement in 2020 sogar noch steigern. An die Politik richtet Trunzer den Appell, wer in Bildung zu investieren. Es sei ein Unding, dass die Betriebe immer mehr zu einem Reparaturbetrieb verpasster Schulkarrieren. Elementare Fähigkeiten in Sprache und Mathematik würden immer weniger Azubis beherrschen. „Das hat mit Migration nichts zu tun.“ Die Defizite seien weit verbreitet. Defizite gebe es auch durch eine maßlose Bürokratie. Trotz des Schengen-Abkommens sei etwa ein „Antragswust“ auszufüllen, bloß um einen Monteur nach Österreich oder Frankreich zu schicken.

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