Nach wochenlanger Untätigkeit der Telekom: 85-Jährige kann endlich wieder telefonieren

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Endlich wieder telefonieren: Maria Drews freut sich, dass die Telekom ihren Anschluss nun doch so schnell reparieren konnte.
Endlich wieder telefonieren: Maria Drews freut sich, dass die Telekom ihren Anschluss nun doch so schnell reparieren konnte. (Foto: pr)
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So lange Maria Drews ohne Telefon war, so schnell ist ihr Anschluss in Suppingen nun repariert worden. Unmittelbar nachdem die SZ am Freitag über die wochenlange Untätigkeit der Telekom berichtet hatte, hat der Konzern gehandelt. Schon am Abend desselben Tages ging das Telefon der 85-Jährigen wieder.

Der Artikel über den defekten Telefonanschluss von Maria Drews („Wie die Telekom eine Kundin krank macht“) hat wohl für einigen Wirbel gesorgt bei der Telekom. Noch am Freitag, am Erscheinungstag des Berichts, meldete sich eine Telekom-Sprecherin bei den Angehörigen der 85-jährigen Suppingerin und entschuldigte sich. Auch der SZ teilte die in Bonn sitzende Sprecherin mit: „Tut uns schrecklich leid.“ Es sei unerklärlich, warum die vielen Bemühungen des Umfelds von Maria Drews bei der Telekom in den vergangenen Wochen nicht gefruchtet hätten.

Zur Erinnerung: Seit Ende Mai hatten sich die Enkel und die Tochter der langjährigen Telekom-Kundin immer wieder bei dieser gemeldet (schriftlich, telefonisch, direkt vor Ort im Kundencenter) und darum gebeten, das Problem zu lösen. Doch nichts passierte. Obwohl Marias Drews’ Angehörige immer wieder klarmachten, dass es der Rentnerin zusehends gesundheitlich schlechter gehe. Weil sie total vereinsame. Zu hören bekam die Familie aber immer nur: Der Anschluss könne nicht repariert werden, da ein Ersatzteil fehle. Wahlweise auch: Eine Reparatur sei zu umständlich, denn es müsse gebaggert werden. Mehrmals sicherte die Telekom aber auch zu, dass ein Techniker vorbeikomme. Allerdings: Pustekuchen.

„Ich bin super-happy“

Seit Freitagabend kann die 85-Jährige, die kein Auto hat und deren Mann vor 25 Jahren starb, aber wieder strahlen. „Ich bin super-happy“, sagt Drews. Endlich kann sie wieder mit anderen Menschen kommunizieren. Das Telefon war und ist nun wieder ihr Draht zur Außenwelt, vor allem zu Familie und Freunden. Ihre Situation war so schlimm, dass enge Bekannte gedacht hatten, ihr sei womöglich etwas zugestoßen. Eine Freundin befürchtete gar, die 85-Jährige weile nicht mehr unter den Lebenden. Weil sie sie zwei Monate nicht erreichen konnte. Am Freitag ist Maria Drews wieder „von den Toten auferstanden“.

Tote Leitung repariert

Doch was war das technische Problem? Im Detail kann die Telekom-Sprecherin dies nicht sagen. Allerdings hätten es Techniker am Freitag geschafft, die tote Leitung wieder anzustellen. Durch Maßnahmen an einem Schaltkasten in Suppingen. Maria Drews traf die Techniker sogar selbst vor Ort an. Da sei ihr versichert worden, dass die Leitung jetzt auf jeden Fall repariert werde, „egal wie lang die Arbeit dauert“; dies habe ihr einer der Arbeiter garantiert. „Um 21.45 Uhr am Freitag hat das Telefon wieder geschellt“, erinnert sie sich voller Freude.

„Sehr, sehr dankbar“, zeigt sich die Suppingerin nun. Wirklich böse sei sie auch der Telekom nicht mehr, so Drews. Allerdings: Dass sie irgendwann wieder werde telefonieren können, „das hab’ ich nicht mehr geglaubt“. Woran es gelegen hat, dass trotz der vielen Hilferufe bei der Telekom über Wochen niemand gehandelt hat, will der Konzern nun aufarbeiten, so die Sprecherin zur SZ. „Damit so etwas nicht mehr passiert.“

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