Hängepartie um Tennishalle

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Die Tennishalle: Derzeit ist der Weg zu einer Lösung versperrt.
Die Tennishalle: Derzeit ist der Weg zu einer Lösung versperrt. (Foto: Kroha)
Schwäbische Zeitung
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Die Tennisfreunde Suppingen sind Geschichte. Der Verein ist bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aufgelöst worden. „In aller Ruhe und Förmlichkeit wurden wir beerdigt“, sagt Josef Rommler, einer der letzten 16 Mitglieder des nun nicht mehr existierenden Vereins. Doch was passiert jetzt mit dem Tennisgelände samt Halle?

Ein Laichinger Unternehmer hat nach eigenen Angaben kein Interesse mehr. Er wollte temporär Gerätschaften und Baufahrzeuge in der Halle unterbringen. Dagegen regte sich in Suppingen Protest. Angesichts dieser Auseinandersetzung habe er die Reißleine gezogen, sagte er der „Schwäbischen Zeitung“.

Ein weiterer Interessent, ein Architekturbüro aus Ulm-Dornstadt, scheint inzwischen auch nicht mehr ganz so viel Interesse am Grundstück mitsamt der Halle zu haben. Dessen Begründung klingt gleichzeitig wie eine Kritik an der Laichinger Stadtverwaltung: „Lustlos“ und „enttäuschend“ beschreibt der Architekt deren Vorgehen. Diesen Eindruck hat auch Josef Rommler. Als Teilhaber der Gesellschaft, die zum Betreiben der Halle gegründet wurde und aus Vereinsmitgliedern der ehemaligen Tennisfreunde besteht, führt er die Gespräche mit möglichen Käufern. „Sehr lieblos“, „nicht progressiv“ und „völlig Wurst“ – so sehe das Interesse seitens der Stadtverwaltung an einer Lösung für das Tennisgelände aus.

Das Problem: Der Bebauungsplan für das 5000 Quadratmeter große Areal sieht nur einstöckige Häuser vor. Der Architekt aus Dornstadt möchte aber zweistöckige Häuser bauen. Begründung: Junge Familien könnten und wollten sich einstöckige Wohnhäuser nicht mehr leisten.

Die Anliegen des möglichen neuen Bauträgers waren nun kürzlich Thema im Suppinger Ortschaftsrat. Dort fand eine Änderung des Bebauungsplans aber keine Zustimmung. Die Anfrage zum Vorhaben wurde abgelehnt, teilt Laichingens Bürgermeister Klaus Kaufmann der SZ mit.

Grund sei auch ein Lärmgutachten. Im Fokus: der Sportplatz. Bei einem zweistöckigen Bau wäre im oberen Geschoss nochmal stärkerer Schall zu erwarten. Das könnte den möglichen neuen Anwohnern nicht gefallen. „Da wäre Ärger vorprogrammiert“, sagt auch Suppingens Ortsvorsteher Bernd Kühnle. Und diesen wollen Stadt und Ortschaftsrat vermeiden. Aufgrund des Gutachtens sei es zudem nicht möglich, das als Mischgebiet ausgewiesene Areal in ein reines Wohngebiet umzuwandeln.

„Bebauungspläne sind dazu da, um geltende Regeln für alle einzuführen“, sagt Bürgermeister Kaufmann. Es sei deshalb nicht möglich, nur auf Wunsch eines Einzelnen diesen Plan zu ändern. „Das darf man gar nicht“, so Kaufmann und wehrt sich gegen die Kritik an der Verwaltung. „Das hat nichts mit Lust zu tun. Der Eigentümer der Anlage muss sich an den Plan halten.“

Aber das Architekturbüro hatte noch einen weiteren Wunsch. Er hätte gerne, dass die Zufahrtsstraße zu den geplanten neuen Gebäuden auf dem Gelände über die westlich an das Grundstück angrenzende schmale Straße und Teile des Fußwegs von der Stadt erschlossen wird. Im Ortschaftsrat sprach sich eine kleine Mehrheit für eine Erschließung durch die Stadt aus. Allerdings habe es auch Gegenstimmen gegeben, berichtet Ortsvorsteher Kühnle: Man wollte es nicht einsehen, dass die Stadt für ein privates Bauvorhaben zahlen muss.

Bürgermeister Kaufmann erklärt: Der Bebauungsplan sei im Jahr 2012/2013 auf Wunsch der Eigentümer, also der Tennisfreunde, schon einmal geändert worden. Eine zusätzliche Erschließung sei damals nicht vorgesehen gewesen. „Das Grundstück in seinem jetzigen Zustand ist vollständig erschlossen“, teilt Kaufmann mit. Es könne nicht angehen, dass die Stadt und somit der Steuerzahler die Kosten für eine weitere Erschließung tragen. „Die Stadt kann hier gern, aber lediglich beratend, zur Seite stehen.“

Josef Rommler möchte sich nun mit den Beteiligten zusammensetzen. „Dann werden wir die Lage erörtern“, sagt er und hofft weiter auf eine Lösung. Ortsvorsteher Kühnle ebenfalls: „Für die Gemeinde wäre es schön, wenn das Gelände nicht weiter vor sich hindümpelt.“

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