Zehnter Geburtstag der Venus fällt auf den Tag der offenen Höhle

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1000 Gäste wurden beim Tag der offenen Höhle gesichtet.
1000 Gäste wurden beim Tag der offenen Höhle gesichtet. (Foto: SZ- Somm)
Freie Mitarbeiterin

Am Sonntag konnte rechtzeitig zum Tag der offenen Höhle Geburtstag der „Venus vom Hohle Fels“ gefeiert werden. Es war der zehnte Geburtstag sozusagen ihrer Wiedergeburt. Genau vor zehn Jahren im September 2008 wurden bei der jährlichen Ausgrabung sechs bearbeitete Mammut-Elfenbeinteile gefunden, die bis zum Mai im Folgejahr zusammengesetzt und der Öffentlichkeit als Venus vorgestellt werden konnten. 42 000 Jahre ist die Venus etwa alt. Der Fundort war zum Tag der offenen Höhle mit einem Hinweis und einem Blumenstrauß markiert.

Schätzungsweise 1000 Interessierte nutzten den Tag der offenen Höhle, um sich über die Grabungsgeschichte, die Funde und den Höhlenaufbau zu informieren. Immer wieder kommen Gäste das erste Mal in das Naturdenkmal, das Unesco-Welterbestätte ist und sind überrascht von den Ausmaßen der Höhlenhalle. „Ich war, um es in der Jugendsprache zu sagen, ganz ‚geflasht‘“, sagte zum Beispiel ein Familienvater gestern nach seinem ersten Besuch, was so viel bedeuten mag, wie vom Blitz getroffen worden zu sein.

Grabungsleiterin bietet Führungen an

Führungen wurden nach Bedarf angeboten. Die erfahrene Grabungsleiterin Maria Malina unternahm drei Führungen. Auch Otto Schwabe war als Höhlenführer im Einsatz und beantwortete alle möglichen Fragen. Die weißen Streifen auf der Höhlenwand nennen sich Mondmilch und könnten unter Umständen Tropfsteine bilden. Im oberen Bereich der Höhlenhalle gibt es Minitropfsteine, die er gerne den Besuchern zeigte. Derzeit ist es ausgesprochen trocken in der Höhle, kaum ein Tropfen fällt von der Decke, während teilweise Besucher zu Höhlenkonzerten auch schonen einen Regenschirm mitgebracht haben sollen, sagte der Höhlenführer. Die Trockenheit in der Höhle hängt direkt mit der Trockenheit des Sommers zusammen. Die Decke sei so stabil, dass ein Steinschlag nicht zu befürchten ist. Konstant werden acht bis zehn Grad in der „Backofenhöhle“ gemessen, wo die Wärme nach oben strebt, sagte Otto Schwabe.

Der „Hohle Fels“ kann bis Ende Oktober von Mittwoch bis Sonntag immer nachmittags besichtigt werden. Am Sonntag wird schon um 11 Uhr geöffnet. Mittwochs wird immer um 15.15 Uhr eine öffentliche Führung angeboten.

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