Wenn traditionelles Handwerk auf neueste Technik trifft

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Beim Workshop der Innung ging es um das schnelle Herstellen der kleinen Damenhandtaschen.
Beim Workshop der Innung ging es um das schnelle Herstellen der kleinen Damenhandtaschen. (Foto: Urspringschule)
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Die Maßschneider-Innung Ulm–Oberschwaben–Bodensee hat der Urspringschule einen Besuch abgestattet – und dabei nicht nur eine Versammlung abgehalten, sondern direkt einen Workshop in den Tag integriert. „Wir haben den Tag voll genutzt, uns erst über moderne Verarbeitung, neue Materialien und neue Maschinen unterhalten und haben dann passend dazu einen Workshop gemacht“, erklärt Obermeisterin Karin Stiefel. Die Leitung übernahm Schneidermeisterin und Ausbilderin Brigitte Thanner-Mang von der Urspringschule.

Neues Verfahren

Im praktischen Teil drehte sich alles um das Herstellen einer Clutch in einem besonderen Verfahren, so Karin Stiefel. Die von Brigitte Thanner-Mang entwickelte Methode möchte sie zwar nicht preisgeben, aber sie sagt: „Es ist für Kunden interessant, die eine passend zum Kleid abgestimmte Clutch haben möchten. Das kann der Handel in der Form nicht bieten, vor allem preislich ist es interessant.“ Zu tun habe es mit einem besonderen Schnitt und besonderen Einlagen. Sieben Teilnehmerinnen hatten die Handtasche am Vormittag in rationeller Technik gefertigt. Der Tenor der Teilnehmer: Der Titel des Workshops traf wirklich zu. Der Tag lud darüber hinaus ein zum Fachsimpeln. Es wurden verschiedene Techniken besprochen und Namen von Zulieferern ausgetauscht.

Der Innung gehe es, so Stiefel, immer darum, die Verbindung aus Bewährtem und Neuem zu schaffen: „Das traditionelle Handwerk wird dem Einsatz modernster Technik erweitert“, erklärt die Innungschefin und gibt ein Beispiel: Anhand zweier Fotos lassen sich über ein CAD-System, also dem Konstruieren mittels eines Computerprogramms, alle Maße des Stückes berechnen. „Unsere Innung ist sehr rege, was solche Themen angeht“, erklärt sie und fügt an: „Ohne natürlich das Handwerk zu vernachlässigen.“

Abgerundet wurde der Tag mit einer historischen Führung durch Hans-Martin Meth. Die Zeit für die historische Führung mit Brückenschlag zum heutigen Schulalltag sei jedoch leider viel zu kurz gewesen, sagten die Teilnehmer. Das habe sich an den vielen Fragen gezeigt, die die Gäste mitgebracht hatten.

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