Urspring-Schüler führen Interessierte über das Gelände

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Schüler Philipp fungiert zum Tag der offenen Tür in Urspring als Gästeführer.
Schüler Philipp fungiert zum Tag der offenen Tür in Urspring als Gästeführer. (Foto: SZ- Elisabeth Sommer)
Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

„Urspring ist wie eine eigene Gemeinde. Es ist ein Dorf aus Schülern und Lehrern.“ Diesen Satz zur Werbung für das Kleinod im Achtal benutzte beim Tag der offenen Tür am Sonntag Schülersprecher David. In Urspring sei das Leben, innerhalb der gegebenen Grenzen, sehr frei, lässt der Schülersprecher wissen, der namhafte andere Internate mit sehr hierarchischen Strukturen kennt. Der Schülersprecher strebt in Urspring das Abitur an und absolviert parallel eine Lehre zum Feinwerkmechaniker, berichtete er Besuchern. Dass auf freiwilliger Basis diese zweigleisige Bildungsmöglichkeit besteht, die bei Universitäten auch sehr angesehen sei, wissen viele Eltern auch aus der Region oft nicht. Der Tag der offenen Tür am Jahresanfang mit der Möglichkeit zum Einblick in den Unterrichtsstoff und zu persönlichen Gesprächen mit der Schulleitung, den Lehrkräften und aktuellen Schülern hilft, die Wissenslücken zu schließen, über die von der „Stiftung Urspring“ getragene staatlich anerkannte, evangelisch geprägte Ganztagesschule (Gymnasium, Grundschule Klassen drei und vier) mit Internat, Werkstätten, Basketballinternat, Aufbaugymnasium und mehr.

22 Gebäude gehören zur Schule

Zur Schule gehören 22 Gebäude. Immer geschieht auf dem Gelände irgendetwas Neues. Jüngst zog die Krankenstation aus einem wenige Quadratmeter großen Häuschen zwischen den Werkstätten für Schreiner und Feinwerkmechaniker in die etwas zentraler gelegene Alte Schule um, damit in das Häuschen nach einer Renovierung die Sprachschule, die seit vier Jahren besteht, einziehen konnte. Mehrere chinesische Schülerinnen lernen hier jetzt Deutsch. Vergangenes Jahr verbesserte ein Austauschschüler aus Neuseeland seine Sprachkenntnisse, berichtet Nicole Allgaier, zuständig für die Sprachschule. Rund 200 Schüler aus aller Welt besuchen die Urspringschule. Gleich neben der Sprachschule wird die wenig größere, frühere Druckerei saniert. Als Geldgeber der Instandsetzung treten ehemalige Schüler auf, um eine Ferienwohnung zu schaffen, damit Ehemalige beim Besuch an ihrer früheren Wirkungsstätte ein Domizil direkt in Urspring bekommen können.

Freundin schwärmt für die Schule

Ein Vater von der Laichinger Alb informierte sich mit seiner zwölfjährigen Tochter gleich zu Beginn des Tages der offenen Tür. Eine Schulfreundin der Zwölfjährigen hat bereits nach Urspring gewechselt und schwärmt für die Einrichtung. Urspringschüler fungierten am Tag der offenen Tür als Gästeführer und hatten diesmal schon am Vormittag auffallend viel zu tun. So lernten der Vater und die Tochter durch Schüler Philipp die unterschiedlichen Gebäude und deren jeweilige Nutzung zwischen Töpferei und Basketballhalle kennen. Die Metallwerkstatt hinterließ beim Vater, die Schneiderwerkstatt bei der Tochter besonderen Eindruck. Alle zwei Jahre gibt es zum Sommerfest eine Modenschau, die sich zuletzt als Werkschau aller drei Handwerkerausbildungen präsentierte. „Durch die Werkschau wurde auch mehr Kreatives geschaffen“, betont Schulsprecher David und zeigte Spielzeug, Rosen und eine Krone aus Metall. Das nächste Sommerfest mit Werkschau findet erst im kommenden Jahr 2020 statt.

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