So will sich das Konradihaus in Zukunft aufstellen

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 Das Konradihaus soll sich verändern.
Das Konradihaus soll sich verändern. (Foto: Archiv: Elisabeth Sommer)
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Die Umstrukturierung im Konradihaus in Schelklingen fördert weitere Neuerungen zutage.

Nachdem der wirtschaftliche Vorsitzende Roland Zeller seinen Abschied bekannt gegeben hatte und auch klar wurde, dass das Hofgut verkauft werden soll, gibt nun Stiftungsdirektor Oliver Jaschek weitere Einblicke in die anstehenden Veränderungen. Nach rund vier Monaten Einarbeitungszeit gebe es erste Erfolge des Prozesses zu vermelden.

Neues Förderzentrum

In Justingen wurde im August, so Jaschek, eine neue Wohngruppe für sechs Jugendliche bezogen, die dort dezentral untergebracht sind und Schule sowie Ausbildung beginnen. Gleichzeitig wurde im zentralen Bereich des Konradihauses in der Kernstadt ein neues Förderzentrum eingerichtet. Sieben Jugendliche sind dort von Anfang an dabei.

Das Zentrum ist „ein Ort, an dem Jugendliche erste Erfahrungen in der Arbeitswelt in einem noch sehr geschützten Rahmen sammeln können“. Wichtig sei es, in „ansprechender und abwechslungsreicher Umgebung vielfältige Erfahrungen und pädagogisches Erleben im sozialen und emotionalen Bereich“ zu ermöglichen – insbesondere für Jugendliche mit Förderbedarf.

Acht verschiedene Ausbildungen

Weil das Hofgut Oberschelklingen sich nicht mehr wirtschaftlich rechnet, soll es veräußert werden, die dort beschäftigten Jugendlichen sollen bei externen Betrieben den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren. Daher suchen die Verantwortlichen gerade nach neuen Ausbildungsbetrieben. Jaschek berichtet, dass bereits Gespräche mit der IHK Ulm stattgefunden haben, „ob und inwiefern eine Möglichkeit besteht, weitere Ausbildungsbetriebe, beispielsweise die der Fahrzeuglackierer am Standort Schelklingen“ zu gewinnen.

Geprüft werde derzeit die Ausbildung zum Zweiradmechaniker. Die Stiftung bietet aktuell acht verschiedene Ausbildungen an, dazu zählen die Ausbildung zum Maler, Schreiner, Feinwerkmechaniker, Koch, Bäcker, Fachverkäufer, Restaurantfachkraft sowie in der Landwirtschaft.

Die Stiftung mit derzeit 76 Jugendlichen werde so kontinuierlich in den nächsten Monaten und Jahren schrittweise dezentralisiert. „Mit dem Ziel, im Kernbereich der Einrichtung in Schelklingen noch 40 Jugendliche mit dazugehöriger Schule und Ausbildung zu betreuen“, so der Direktor. Das habe zur Folge, dass momentan vier ebenfalls dezentralen Einrichtungen, weitere sogenannte koedukative Wohngruppen und eine Mädchenwohngruppe entstehen, die an kooperierende Ausbildungsbetriebe angeschlossen sind.

Dezentralisierung entscheidend

„Diesen Weg der Dezentralisierung zu gehen, ist ein wichtiger Schritt, um den heutigen Bedarf der Jugendhilfe gerecht zu werden“, erklärt der Direktor und pädagogische Vorsitzende.

Zudem sei es wichtig, den Standort Schelklingen zu stärken, sodass es auch weiterhin den Hofladen mit seinen nachhaltigen Produkten geben kann und die Stiftung St. Konradihaus „seinen direkten und guten Kontakt zur Stadt sowie den Bewohnern aufrecht erhält“.

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