So geht Geopark-Zahnpasta made in Schelklingen

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Kalk, Pfefferminzöl und Lebensmittelfarbe: Damit haben Kinder Zahnpasta hergestellt.
Kalk, Pfefferminzöl und Lebensmittelfarbe: Damit haben Kinder Zahnpasta hergestellt. (Foto: Geopark)
Schwäbische Zeitung

Was hat Zahnpasta mit der Schwäbischen Alb zu tun? Dieser Frage sind 48 Kinder im Rahmen der Kinder-Ferienbetreuung der Firma Teva-ratiopharm und dem Unesco Global Geopark Schwäbische Alb in Schelklingen auf den Grund gegangen.

In einem Workshop lernten sie, dass man den hochreinen Kalk, den man für Zahnpasta braucht, auf der Schwäbischen Alb findet. Dieser bildete sich im Laufe von Jahrmillionen durch Ablagerung und Gesteinsdruck aus Mikroorganismen, die im schwäbischen Jurameer beheimatet waren. In den Steinbrüchen der Alb, wie beispielsweise im Steinbruch in Blaubeuren-Altental, wird er noch heute abgebaut.

Weltweites Qualitätssiegel

Mit Hilfe eines Zahnpasta-Rezeptes wurden von flinken Kinderhänden anschließend fleißig die Zutaten gemischt. Neben Kalziumkarbonat, also Kalk, benötigt man für Zahnpasta Glycerin, Kieselerde, Xylit und destilliertes Wasser. Für den Geschmack gab es einige Tropfen Pfefferminzöl und fürs Auge Lebensmittelfarbe in Türkis oder Rosa.

Dann wurde die Zahnpasta in Metalltuben abgefüllt, per Zange verschlossen und von den Kindern mit kreativen Etiketten verziert. Fertig war die eigene Geopark-Zahnpasta made in Schelklingen, mit der das Zähneputzen hoffentlich viel Spaß macht.

Der Unesco Global Geopark Schwäbische Alb umfasst die zehn Alb-Landreise und erstreckt sich mit seinen rund 6800 Quadratkilometern über die gesamte Schwäbische Alb. Innerhalb dieser Gebietskulisse leben 1,4 Millionen Menschen. Die Karstlandschaft ist einzigartig.

Ihr erdgeschichtliches Erbe ist einmalig. Das hat die Unesco veranlasst, dem Gebiet 2015 ihr Qualitätssiegel zu verleihen und in die Liste der bedeutendsten Naturlandschaften der Welt aufzunehmen. Es gibt in Deutschland noch fünf weitere Unesco Global Geoparks. Weltweit sind es derzeit 147.

Die Schwäbische Alb ist als Kalkgebirge aus der Jurazeit erdgeschichtlich von herausragender internationaler Bedeutung. Mit dem größten Höhlenvorkommen Europas und seinem Reichtum an Fossilien ist er der Jurassic Park unter den Geoparks.

Bedeutung ins Bewusstsein rufen

Aufgabe des UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb ist, die geologische Bedeutung der Alb im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, Menschen für Erdgeschichte zu begeistern und das Erbe sowie den Lebensraum zu erhalten. Mit dieser Zielsetzung werden zahlreiche Projekte in den Bereichen nachhaltige Regionalentwicklung, Geotourismus, Geo- und Umweltbildung und Geotopschutz realisiert. Der Geopark betreut ein Netzwerk von derzeit 26 Infostellen wie beispielsweise Schauhöhlen, Museen, Naturschutzzentren und Bildungseinrichtungen. Zahlreiche Natur- und Landschaftsführer sind ebenfalls Botschafter des Geoparks.

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