Ronja Schmitt und Manuel Hagel im Gespräch

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Ronja Schmitt und Manuel Hagel sprachen in Schmiechen.
Ronja Schmitt und Manuel Hagel sprachen in Schmiechen. (Foto: sz- Somm)
Schwäbische Zeitung
Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

„Eine Angela Merkel ist mir 100-mal lieber, als ein Sigmar Gabriel mit Rot-Grün-Rot.“ Das sagte die Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt am Freitagabend in Schmiechen. Was sollte sie als CDU-Abgeordnete sonst sagen? Sie warnt vor einem möglichen Linksbündnis, was nicht neu wäre. Schon bei der vergangenen Wahl hätten die Sozialdemokraten dieses Bündnis eingehen können, wagten sich aber nicht über die Tabulinie. Nun gibt es die erstarkte Alternative für Deutschland und vielleicht bei der Bundestagswahl 2017 ganz andere Ergebnisse. Der Bürgermeister von Heroldstatt, Ulrich Oberdorfer, der sich umfangreich an der Diskussion beteiligte, jedenfalls blickt mit Angst, wie er sagte, auf diese Wahl.

„Die AfD gewinnt selbst, wenn sie nichts tut“, beklagte Oberdorfer, der persönlich einen harten Kurs gegen die junge Partei fahren möchte. Einladungen für Veranstaltungen in Heroldstatt will er dem AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Rottmann nicht geben, der ihn schriftlich darum gebeten habe. Die Parteikollegen sollten es ihm nachtun, sagte Oberdorfer, und nannte das „Zivilcourage“.

Der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel berichtete aus Stuttgart und konterte mit einer anderen Umgangsform. Er habe an einem Podium zur Landwirtschaft teilgenommen und der Gesprächsleiter musste den AfD-Vertreter ständig an das Thema erinnern, das nicht Flüchtlinge lautete. So hätten sich die Landwirte, schilderte Hagel, ein Bild von der mangelnden Kompetenz machen können. Ulrich Oberdorfer kritisierte „Störfeuer aus Bayern“. Er meinte, man solle „Angela Merkel ihre gute Arbeit in Berlin machen lassen“, was von auffallend wenigen der etwa 40 Zuhörer in Gasthaus „Hirsch“ mit Applaus bedacht wurde.

Ronja Schmitt wünscht sich die Besinnung ihrer Partei im Wahlkampf auf den früheren Markenkern innere Sicherheit und Familie. Beim Abbau von Polizeistellen seien Fehler gemacht worden, weil eine alternde Gesellschaft mit sinkender Kriminalitätsrate zugrunde gelegt wurde. In Baden-Württemberg, erklärte Hagel, sollen 1500 neue Polizeistellen, auch zur Bekämpfung der hohen Einbruchszahlen, geschaffen werden und Körperkameras Einzug halten. Zusätzliche Verfassungsschützer sollen die Kriminalität im Internet und „Darknet“ bekämpfen.

Das Thema Flüchtlinge sprach Ronja Schmitt in Bezug auf Kinderehen an, die nicht geduldet werden dürfen, nicht nur in Sonntagsreden, sondern auch am Montag, fügte sie hinzu. „Kinder gehören in die Schule oder in eine Ausbildung, aber nicht in eine Ehe.“ Allerdings erklärte sie nicht, wie beim Vorliegen einer Kinderehe konkret mit den Beteiligten verfahren werden müsste. Über die Ressourcen Baden-Württembergs sagte Manuel Hagel, dass diese „nicht im Boden liegen, sondern in den Köpfen“. Er lobte den Kampf um mehr Lehrerstellen für die Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen.

Der Auftritt der Bundestagsabgeordneten war von CDU-Stadtverbandschef Heinz Zeiher als letzter der „Abgeordneten Schmitt“ angekündigt worden. Sie hat am Wochenende geheiratet und heißt nun Ronja Kemmer.

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