Pfadfinder aus Hütten trotzen dem Wetter

Lesedauer: 5 Min
 Die Pfadfinder freuen sich, dass endlich wieder die Sonne im Zeltlager scheint.
Die Pfadfinder freuen sich, dass endlich wieder die Sonne im Zeltlager scheint. (Foto: SZ- kou)
kou

Hoch oben bei der Barockkapelle mit Blick über ganz Hütten wacht der steinerne Gute Hirte. In der linken Hand hält er den Hirtenstab, mit der rechten zeigt er schützend über die Gemeinde, hinter ihm liegt das Bärental. Dort hinten, leicht versteckt, nahe der Nachbargemeinde Justingen wacht jemand anderes über das Areal: Es ist ein hölzerner mannshoher Bär, der den Eingang zum Jugendzeltplatz beschützt – doch wie man sich richtig in der Natur verhält, muss den Pfadfindern nicht erklären. Denn der Stamm Guter Hirte aus Hütten stellt das Jahr für Jahr bei ihrem einwöchigen Zeltlager auf die Probe. Heuer erschwert der Regen den 30 Pfadfindern den Aufenthalt.

Bewusstsein für Natur steigern

Und musste gerade am Mittwoch das ganze Geschehen in die Zelte verlagert werden. Prompt wurde das gemeinsame Singen in die Zelte verlegt, und die Frage nach trockener Kleidung wurde zum Running Gag. Die Pfadfinder verstehen sich ganz in der Tradition ihrer Bewegung als Landschafts- und Naturschützer. „Das Bewusstsein der Kinder, was die Umwelt angeht ist da. Aber es gibt auch noch Verbesserungspotential“, sagt Cindy Eisele, eine von bis zu acht Betreuungskräften, die immer vor Ort ist. Festgemacht hat die junge Frau das beim zum Thema „vollKOSTbar! – Essen regional genießen“ passenden Spiels: Als er darum ging, zu sagen, welches Obst und Gemüse saisonal hier verfügbar ist waren sich „doch einige Kinder unsicher“. Aber, so sagt sie, beim Camp geht es ja auch darum, etwas zu lernen.

Die Gruppe der Teilnehmer auf dem Geländer besteht aus rund 30 Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis 14 Jahren und ist Mitglied der der deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg und des schwäbischen Albvereins, Ortsgruppe Hütten. Seit nunmehr 17 Jahren gestalten die Hüttener Pfadfinder ihre Freizeit auch mit sozialen, kirchlichen und ökologischen Themen. Klein angefangen haben die Pfadfinder einst mit ihren Camps auf wechselnden Lagerplätzen auf der Hüttener Gemarkung, dann ging es hinauf auf den Zeltplatz bei Justingen und auch mal nach Erbstetten. „Hier passt alles, wir haben Platz für die acht Zelte der Kinder und Jugendlichen, für die Jurte zur Verpflegung und eine große Feuerstelle gibt es auch, die zentraler Treffpunkt ist“, erklärt Eisele.

Hike ist das Highlight

Die Liebe zur Natur und deren Schutz sind für die Pfadfinder des Schmiechtals selbstverständlich. Für einen Teil der Gruppe ist das Abenteuer mit Anbruch des Mittwochabends bereits beendet: Die Wölflinge, die Kinder die zwischen sieben und acht Jahren alt sind, reisen nach drei Tagen und zwei Nächten wieder ab. „Das reicht auch, schließlich musste auch sie Nachtschichten schieben, um das Zeltlager zu verteidigen“, erklärt die Betreuerin. Was martialisch klingt, ist traditioneller Bestandteil eines jeden Pfadfinder-Zeltlagers: Benachbarte und befreundete Pfadfinder-Stämme schleichen sich nachts an und „überfallen“ das Camp, versuchen die große Fahne zu stehlen – am Montag hat das die Gruppe aus Ehingen versucht.

Entschleunigter war dann der Donnerstag, aufgeteilt in verschiedenen Gruppe ging es rund ums Camp zum sogenannten Geländespiel, eine Art Riesen-Schnitzeljagd mit diversen vorbereiteten Stationen, an denen die Teilnehmer unter anderem kleine Rätsel und Aufgaben zu lösen hatte. An Cindy Eiseles Station etwa ging es ums Thema Kompost: Was gehört rein und was nicht. Höhepunkt des Camps ist stets der „Hike“: Die Kinder werden mit Kompass und Karte ausgestattet, und müssen rund sieben, acht Kilometer selbstständig zurück ins Lager finden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen