Nordbert Lins diskutiert mit Landwirten

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Die CDU-Schelklingen veranstaltete mit dem Europaparlamentarier Norbert Lins (links) einen Stammtisch für die Landwirtschaft.
Die CDU-Schelklingen veranstaltete mit dem Europaparlamentarier Norbert Lins (links) einen Stammtisch für die Landwirtschaft. (Foto: SZ- Elisabeth Sommer)
Schwäbische Zeitung
Freie Mitarbeiterin

In Justingen hat die CDU eine Fortsetzung ihres Stammtischs für Landwirte angeboten, und dieser war gut besucht. Rund 20 Besucher waren gekommen, um den Ausführungen des CDU-Europaabgeordneten Norbert Lins zu folgen. Der bekam auch gleich zu Beginn der Veranstaltung von den Landwirten eine klare Sache zu hören: „Das Maß ist voll“, sagte ein anwesender Landwirt bezüglich der Vorschriften, denen sein Berufsstand ausgesetzt sei. Kollegen und Nichtlandwirte stimmten ein: „Die EU sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren. Sie würde dadurch lebenswerter. Es müsste eine Entbürokratisierung geschehen. Wenn man könnte, müsste man einen Reset-Knopf drücken.“

Die Landwirte haben die Nase voll. Diese Erkenntnis konnte Lins am Freitagabend mitnehmen. Lins gab der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin (1998 bis 2005) und dessen Nachfolger Sigmar Gabriel (2005 bis 2009) im Kabinett Merkel I die Schuld für Probleme, die über Brüssel immer wieder in die deutsche Landwirtschaft getragen würden. Auch wenn dies alte Probleme seien, war die Neuabgrenzung der FFH-Gebiete ein wesentliches Thema am Freitagabend. Was dahinter steckt, darüber wird laut Kreisbauernverbandsvize Hanns Roggenkamp erst am 23. März in Wiblingen für den hiesigen Bereich durch das Regierungspräsidium Tübingen informiert.

Zu Wort meldete sich beim Stammtisch auch Justingens Ortsvorsteher Jürgen Stoll mit der Klage über die mögliche Verhinderung des Funkenfeuers aufgrund bürokratischer Überlegungen (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete) „Das ist aber bloß ein Dreckhaufen“, sagte Stoll zum Veranstaltungsort und meint damit, dass dort eigentlich durch die Pflege des Brauchtums nichts kaputt gemacht werden könne. Als zweites Beispiel für den wiehernden Amtsschimmel nannte Stoll die Umstände um die Farrenwiesenhöhle. Diese Höhle ist auf einer Schäferwiese gefunden und untersucht worden, weshalb die Zufahrt für die Höhlenforscher aus dem Zuschussgebiet herausgerechnet werden musste. Dafür musste eigens eine Vermessung veranlasst werden, informierte der Ortsvorsteher die erstaunte Stammtischrunde. Bei einer Kontrolle reiche auch nicht mehr das Vier-Augen-Prinzip, sondern es müsse jetzt ein Acht-Augen-Prinzip sein, beklagte Stoll denn Bürokratismus.

Der Landwirt, der am Abend den Satz „Das Maß ist voll“ prägte, berichtete über Gärreste aus seiner Biogasanlage, die er wegen der Bürokratie nicht mehr loswerde. Kollegen würden die Reste eigentlich gerne für ihn entsorgen, seien dazu aber wegen der geforderten Schreibarbeiten nicht mehr bereit. Norbert Lins sieht im Glyphosat-Streit vorrangig die Arbeit der Biolandwirtschaftslobby, die eine generelle Umstellung vorantreiben möchte. Ähnliches deutet er aus dem Dieselstreit, weil das Elektroauto befördert werden soll.

CDU-Stadtverbandschef Heinz Zeiher kündigte eine Wiederholung des Stammtischs für das kommenden Jahr, dem Europawahljahr, an. Heinz Zeiher mahnte mit Blick auf die Nutzbarkeit von Biogas, dass diesen Anlagen und ihrem Nutzen in Zukunft eine viel größere Aufmerksamkeit geschenkt werden müsste

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