Das neu entdeckte Kämmerchen ist unter anderem geschmückt mit Tropfsteinen.
Das neu entdeckte Kämmerchen ist unter anderem geschmückt mit Tropfsteinen. (Foto: Boldt)
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Höhlenforscher haben am Wochenende bei einem Grabungsmarathon am Farrenwiesschacht bei Schelklingen einen bislang unbekannten Teil einer Höhle entdeckt: ein Kämmerchen, geschmückt mit Tropfsteinen sowie eine metertiefe Kluft. Petra Boldt vom Höhlenverein Blaubeuren spricht von einer „tollen“ Entdeckung, für die die 22 Höhlenforscher viel Arbeit investiert haben: „Jetzt wissen wir, dass da noch was kommt.“

Um die zehn Meter tief war der Farrenwiesschacht bereits vor dem Wochenende. Von Freitagmorgen, 10 Uhr, bis Sonntagnachmittag 14 Uhr hat das Team um den Blaubeurer Höhlenverein dann gegraben. Insgesamt wurden etwa 720 Eimer gefördert, das entspricht ungefähr zehn Kubikmeter Material. Somit wurden zirka 15 Tonnen aus dem Schacht ans Tageslicht gebracht.

Von Freitag bis Sonntag graben die Höhlenforscher am Schacht.
Von Freitag bis Sonntag graben die Höhlenforscher am Schacht. (Foto: Boldt)

In einer Tiefe von 13 Meter dann die Entdeckung einer kleinen Kammer, die mit Tropfsteinen und Sinter verziert ist. Von dort aus geht eine Kluft senkrecht in die Tiefe. Die Höhlenforscher gehen mittels einiger kleiner Steine, die hinein geworfen wurden, davon aus, dass die Kluft zwischen zehn und 20 Metern tief ist. „Aber das wird Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen, das so auszubauen, dass wir da rein kommen“, sagt Boldt.

 Von Freitag bis Sonntag graben die Höhlenforscher am Schacht.
Von Freitag bis Sonntag graben die Höhlenforscher am Schacht. (Foto: Boldt)

Einen solchen Grabungsmarathon gibt es bei den Höhlenforschern „ganz ganz selten“, erklärt Boldt. Beim letzten Marathon im vergangenen Herbst in der Bärentalhöhle seien sie aber auch schon erfolgreich gewesen. In diesem Jahr wird es aber keinen mehr geben.

Grabungen als Jugendprojekt

Die Grabungen im Farrenwiesschacht laufen beim Höhlenverein als Jugendprojekt, bei dem aber auch Erwachsene und Eltern helfen, berichtet Boldt. Der jüngste „Mitarbeiter“ war zwölf Jahre alt, der älteste 78. Mit Seilen lassen sich die Höhlenforscher in den Schacht hinab und graben ganz unten weiter, um voranzukommen. Große Steine, die nicht ohne Weiteres nach oben gebracht werden können, werden in der Tiefe zerkleinert und nach oben gezogen. „Ein Bauer aus Justingen bringt den Aushub dann auf die Erddeponie“, erklärt Boldt das Verfahren, bei dem nicht nur Forscher des Höhlenvereins Blaubeuren, sondern auch Helfer anderer Vereine beteiligt waren.

In das neu entdeckte Kämmerchen im Farrenwiesschacht seien „neugierige“ Höhlenforscher hineingekrochen und haben Fotos gemacht, anhand derer jetzt entschieden werde, wie es weitergehen kann.

 Das neu entdeckte Kämmerchen ist unter anderem geschmückt mit Tropfsteinen.
Das neu entdeckte Kämmerchen ist unter anderem geschmückt mit Tropfsteinen. (Foto: Boldt)
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen